Killer-T-Zellen und Neutrophile bedingen Schwere der Covid-Erkrankung

Blutwerte-Studie: Welche Konsequenzen hat das für uns?

T-Zellen-Studie: Welche Konsequenzen ergeben sich daraus? Hoffnung für Covid-19-Patienten
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Hoffnung für Covid-19-Patienten
T-Zellen-Studie: Welche Konsequenzen ergeben sich daraus?

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Studie findet Zusammenhang zwischen Immun-Zellen im Blut und Schwere des Covid-19-Verlaufs

Wenn sich Menschen mit dem Coronavirus infizieren, kann der Verlauf der Covid-19-Erkrankung extrem unterschiedlich sein: Manche haben gar keine Symptome, andere müssen auf die Intensivstation, einige sterben. Eine neue Studie in Zusammenarbeit mit Experten aus dem chinesischen Wuhan will nun herausgefunden haben, dass Immunabwehrzellen im Blut vorhersagen können, wie schwer die Erkrankung verlaufen wird. Im Video erklärt der Co-Autor der Studie, Prof. Dr. Ulf Dittmer, Direktor des Instituts für Virologie der Uniklinik Essen, welche Konsequenzen sich daraus für die Behandlung von Patienten ergeben könnten.

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Killer-T-Zellen zerstören infizierte Zellen

Blutwerte wurden analysiert und mit dem Krankheitsverlauf verglichen. Anhand von zwei Typen von Abwehrzellen ließ sich dann zeigen, ob ein Patient einen schweren Covid-19-Verlauf oder nur milde Symptome entwickelt. So die Ergebnisse der neuen Studie. „Wir haben zwei wichtige Zellen des Immunsystems gefunden, die eine große Rolle spielen, das eine sind die sogenannten Killer-T-Zellen“, erklärt Dittmer uns im Interview. „Diese Zellen sind in der Lage, virusinfizierte Zellen zu erkennen und abzutöten und damit die Virusvermehrung zu unterbinden.“

„Neutrophile“ hindern die T-Zellen an ihrer Arbeit

Wenn es von diesen Zellen wenige im Blut gab, dann hatten die Patienten ein hohes Risiko, schwer zu erkranken, so der Virologe. Eine andere Zellpopulation, die sogenannten Neutrophile, die eigentlich dafür da sind, bakterielle Infektionen abzuwehren, seien besonders zahlreich im Blut von Menschen mit einem schweren Verlauf zu finden, so Dittmer weiter. "Da wissen wir von Krebspatienten, dass die die Killer-T-Zellen in ihrer Funktion unterdrücken können." Welche positiven Konsequenzen sich daraus für Patienten ergeben, erklärt der Experte im Video.

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Könnte in Zukunft Test beim Hausarzt Auskunft über das Risiko geben?

Zu wissen, ob ein Mensch besonders gefährdet ist oder nicht, könnte dabei helfen, das Virus in Schach zu halten. Kann ich mich dann demnächst bei meinem Hausarzt auf mein Risiko testen lassen? „Dazu haben wir keine definitive Aussage“, sagt Dittmer. „Wir haben ja jetzt bisher nur Patienten untersucht, die eine nachgewiesene Sars-Cov-2-Infektion hatten.“ Es sei aber anzunehmen, dass Personen, die in diesem Bereich der Immunantwort ein Defizit hätten, Probleme bekommen könnten. „Aber darüber haben wir einfach noch keine Daten“, so der Essener Virologe.

Studienergebnisse müssen bestätigt werden

Schließlich sei es auch erstmal eine kleine Studie mit wenig Patienten. Und deren Ergebnisse müssten sicherlich in weiteren Studien bestätigt werden, so der Experte. Die untersuchten Patienten seien erstmal alle aus Wuhan. "Wir haben aber tatsächlich hier in Essen schon die Bestätigung gefunden, die gleichen Parameter im Blut gesehen, so dass wir diese Befunde hier in Deutschland schon bestätigen können."

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