Prozessauftakt am Landgericht Göttingen

Bluttat auf offener Straße: Mutmaßlicher Doppelmörder schweigt

25. März 2020 - 20:14 Uhr

Frank N. soll seine ehemalige Lebensgefährtin angezündet haben

Er soll zwei Frauen auf der Straße umgebracht und Helfer angegriffen haben: Frank N. steht in Göttingen vor Gericht. Bislang schweigt er. Kein Wort zu der mutmaßlichen Tat im September vergangenen Jahres: Laut Anklage bespritzte der 53-Jährige seine ehemalige Lebensgefährtin mit einer brennbaren Flüssigkeit, zündete sie an und stach 25 Mal auf sie ein. Die 44-Jährige starb. Wie es den Hinterbliebenen des Opfers jetzt geht, dazu mehr im Video.

„Habe gesehen, dass jemand brennt“

Der Tatort in Göttingen
Der Tatort in Göttingen. Hier soll Frank N. auf seine Ex-Lebensgefährtin eingestochen und sie dann angezündet haben.
© NonstopNews

Danach ging Frank N. offenbar mit dem Messer auf eine Arbeitskollegin des Opfers los, sie verstarb später im Krankenhaus. Zwei weitere Helfer soll der Mann ebenfalls mit einem Messer attackiert haben. "Mischt euch nicht ein, sonst steche ich euch auch ab", soll er zu den umstehenden Menschen gesagt haben. Der mutmaßliche Angriff geschah im Göttinger Stadtteil Grone. Imbiss-Besitzer Cetin Polat war damals Zeuge, hörte Schreie. "Ich habe gesehen, dass jemand brennt, dann habe ich einen Lappen nass gemacht und bin raus gerannt", sagte er in einem RTL-Interview. Der Gastronom kannte das Opfer vom Sehen. "Wenn man so was live erlebt, wie ein Mensch getötet wird. Das war grauenvoll", so Polat.

Frank N. flüchtete

34 Stunden hielt sich Frank N. anschließend versteckt. Die Polizei war an mehreren Orten zwischen Göttingen und Hannover im Einsatz. Sie setzte auch Hubschrauber und Hunde ein. In der Gemeinde Elze konnte er sich dem Zugriff der Polizei im letzten Moment entziehen, als er mit einem Nothammer eine Zugscheibe einschlug und floh. Die Ermittler fahndeten öffentlich mit zwei Fotos. Ein Hinweis aus der Bevölkerung führte schließlich zur Verhaftung des mutmaßlichen Frauenmörders.

Bereits drei Mal wegen Vergewaltigung im Gefängnis

Offenbar griff Frank N. seine ehemalige Lebensgefährtin aus Eifersucht an."Mich betrügt man nicht, ich habe dir gesagt, ich bringe dich um, wenn du mich betrügst", soll er gesagt haben. Der Angeklagte wurde in der Vergangenheit bereits wegen mehrere Gewaltdelikte verurteilt. 14 Jahre saß er im Gefängnis – unter anderem wegen Vergewaltigung.

Besondere Sicherheitsmaßnahmen

Seit seiner Festnahme befindet sich Frank N. nun in Untersuchungshaft. Der Prozess am Landgericht Göttingen startete aufgrund der Corona-Krise unter besonderen Bedingungen. Die Anzahl der anwesenden Personen im Verhandlungssaal wurde auf ein Mindestmaß beschränkt, um so den von Medizinern empfohlenen Mindestabstand einzuhalten. Der Prozess soll am 15. April fortgesetzt werden.