9. März 2017 - 12:19 Uhr

Zurückgelassene Kadaver als Zeugnis eines skrupellosen Geschäfts, das derzeit in Südafrika blüht. Köpfe, Füße und Knochen von Löwen lassen sich gewinnbringend nach Asien schmuggeln – wie Nashorn und Elfenbein. Für sinn- und wirkungslose Heilmittelchen. Das Skelett eines Löwen bringt bis zu 65.000 Euro.

"Die Welt sollte uns vertrauen, nicht kritisieren"

Südafrikas Regierung hat die Regeln für den Handel mit Löwenknochen gelockert. Trotz heftiger Kritik von Tierschützern weltweit dürfen ab jetzt 800 Löwenskelette pro Jahr legal aus Südafrika ausgeführt werden. Der Sprecher des südafrikanischen Umweltministeriums, Albi Modise, verteidigt die Maßnahme: "Unsere Schutzmaßnahmen für Löwen haben große Erfolge erzielt. Die Welt sollte uns vertrauen nicht kritisieren. Immerhin in Südafrika leben die meisten Löwen."

Leichte Beute für Möchtegern-Großwildjäger

Das ist wahr, allerdings leben die meisten hinter Gittern. Es sind sogenannte Blutlöwen, die angereisten Möchtegern-Großwildjägern in abgezäunten Reservaten als leichte Beute dienen - circa 7.000 Blutlöwen gibt es in Südafrika, drei Mal mehr als wilde. Doch die sogenannte Blutlöwen-Branche liegt wirtschaftlich am Boden. Amerikanische Jagdtouristen kommen nicht, weil die USA die Einfuhr von Trophäen verboten hat.

Weltweit gibt es nur noch 20.000 wilde Löwen, 10. 000 weniger als vor 20 Jahren. Der König der Tiere hat ein ernstes Problem.