Blutige Schießerei auf St. Pauli: Hamburger Hells-Angels-Boss schwer verletzt

Der Fahrer wurde auf dem Millerntorplatz Ecke Reeperbahn angeschossen.
Der Fahrer wurde auf dem Millerntorplatz Ecke Reeperbahn angeschossen.
© deutsche presse agentur

27. August 2018 - 11:23 Uhr

Die Täter konnten trotz Großfahndung entkommen

In Hamburgs Rotlichtmilieu St. Pauli scheint ein neuer Bandenkrieg zu eskalieren. In der Nacht zu Montag wurde bei einer Schießerei im Kiez ein Mann schwer verletzt. Dabei soll es sich um den Hamburger Hells-Angels-Boss Dariusch F. handeln. Notärzte brachten ihn ins Krankenhaus.

Das Opfer stand mit seinem Bentley an der Ampel, als Unbekannte das Feuer eröffneten

"Die Schüsse fielen am Montag um kurz nach Mitternacht auf dem Millerntor-Platz", sagte ein Sprecher der Polizei. Dariusch F. wartete offenbar mit seinem weißen Bentley an einer roten Ampel, als ein Auto neben ihm anhielt und das Feuer eröffnete. Laut Zeugen wurde der Rocker von fünf Kugeln getroffen. Die Täter flüchteten. Eine Großfahndung der Polizei brachte keine Ergebnisse.

Dariusch F. sei noch ansprechbar gewesen, als er ins Krankenhaus gebracht wurde. Am Tatort sicherten Kriminalbeamte Spuren und befragten Zeugen, die die Tat beobachtet hatten. Über die Hintergründe des Anchlags konnte die Polizei noch nichts sagen.

Dariusch F. gilt als dritter Mann in der Hierarchie der Hamburger "Hells Angels"

Einschusslöcher sind am 29.12.2015 in den Türen eines Taxis auf der Holstenstraße im Hamburger Stadtteil St. Pauli zu sehen. Bei einer Schießerei nahe der Hamburger Reeperbahn war ein Rocker schwer verletzt worden. Das Mitglied des Rockerclubs Mongol
2015 war ein Mitglied des Rockerclubs "Mongols" auf St. Pauli angeschossen worden.
© dpa, Citynewstv

Mitglieder der Rockerbanden "Hells Angels" und "Mongols" gerieten in letzter Zeit immer wieder aneinander, zuletzt am 18. August in Kiel. Auf einem Flugplatz soll es zu einer Schlägerei zwischen Mitgliedern der verfeindeten Banden gekommen sein. Ob es einen Zusammenhang mit dem Attentat auf den Hells-Angels-Boss gibt, ist noch unklar.

Dariusch F. stand selbst unter Verdacht, etwas mit einer Schießerei auf ein Taxi im Dezember 2016 zu tun zu haben. Damals war auf einen Wagen, in dem Mitglieder der "Mongols" saßen, geschossen worden. Ein Mann wurde schwer verletzt. Dariusch F. wurde festgenommen, aber kurz darauf wieder freigelassen.

Er gilt als dritter Mann in der Hierarchie der "Hells Angels" und eigentlicher Boss der verbotenen Bande in Hamburg.