Blutige Proteste in Gaza: Mehrere Tote und mehr als 1.400 Verletzte

31. März 2018 - 10:29 Uhr

"Marsch der Rückkehr" in Gaza eskaliert

Blutige Bilanz beim "Marsch der Rückkehr" im Gazastreifen: Bei Zusammenstößen mit der israelischen Armee sind mindestens 15 Palästinenser erschossen worden. Mehr als 1.400  weitere Demonstranten wurden bei den Protesten an der Grenze zu Israel verletzt, wie das Gesundheitsministerium mitteilte - die meisten von ihnen durch Tränengas. Alle Toten waren Männer zwischen 18 und 34 Jahren.

Blutige Palästinenser-Proteste

Gazastreifen: Palästinenser verbrennen Bilder von US-Präsident Donald Trump
Demonstranten verbrennen Bilder von US-Präsident Donald Trump.
© imago/ZUMA Press, Ashraf Amra, imago stock&people

Israelische Soldaten hätten bei den gewaltsamen Protesten an der Grenze zu Israel gezielt auf Rädelsführer geschossen, teilte die Armee mit. Palästinenser hätten brennende Reifen in Richtung der Soldaten gerollt sowie Steine und Brandflaschen geworfen. An vielen Stellen hätten junge Männer versucht, die Grenzbefestigungen zu durchbrechen. Auf sie sei scharf geschossen worden. Mindestens zwei der Toten seien mit der Hamas verbunden gewesen. Nach palästinensischen Medienberichten kamen mehr als 20.000 Menschen zum "Marsch der Rückkehr". Die israelische Armee sprach von Protesten an fünf verschiedenen Punkten und rund 30.000 Demonstranten.

Fotos zeigten zahlreiche Zelte im Grenzgebiet, Menschen schwenkten palästinensische Flaggen.  Die Hamas schickte während des Protests nach Angaben der israelischen Armee eine Siebenjährige über den Sicherheitszaun. Das Mädchen sei über den Zaun nach Israel geklettert, sagte ein Sprecher der Armee. Die Armee habe dafür gesorgt, dass das Kind wieder sicher zu seinen Eltern zurückkomme.

Massive Proteste seit Anerkennung Jerusalems

 U.S. President Donald Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu
Trotz internationaler Warnungen hatte US-Präsident Donald Trump Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt.
© REUTERS, RONEN ZVULUN, LA/mjb

Die radikal-islamische Hamas wollte mit der Aktion ihren Anspruch auf ein "Recht auf Rückkehr" für palästinensische Flüchtlinge und deren Nachkommen in das Gebiet des heutigen Israels untermauern. Israel lehnt eine Rückkehr in das eigene Staatsgebiet ab. Seit der Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt durch die USA kommt es in Gaza zu massiven Protesten.

Die Massenproteste sind nach Angaben der Hamas eine Botschaft an Trump. Für den von Trump angekündigten Friedensplan für Israel und die Palästinenser gelte: "Es gibt kein Zugeständnis in Bezug auf Jerusalem, keine Alternative zu Palästina und keine Lösung, außer zurückzukehren", sagte Hamas-Chef Ismail Hanija. Die USA, die EU und Israel stufen die Hamas als Terrororganisation ein. Sie hatte 2007 die Macht in dem Küstengebiet an sich gerissen.

Die Proteste sollen bis zum 15. Mai dauern. Anlass sind die Feiern zum 70. Jahrestag der Gründung Israels. Die Palästinenser begehen den 15. Mai als Nakba-Tag (Tag der Katastrophe), weil im ersten Nahost-Krieg 1948 rund 700.000 Palästinenser flohen oder vertrieben wurden. Am 14. Mai wollen die USA zudem die US-Botschaft in Jerusalem eröffnen.