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Blut gesucht: DRK ruft im Norden dringend zum Spenden auf

Bestand reicht nicht mal für einen halben Tag

Blut gesucht: DRK ruft im Norden dringend zum Spenden auf

Wo landen eigentlich unsere Blutspenden? RTL-Reporter begleitet sein Blut
09:53 min
RTL-Reporter begleitet sein Blut
Wo landen eigentlich unsere Blutspenden?

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Die Corona-Folgen und das schöne Wetter machen den Blutspendediensten im Norden zu schaffen: Immer weniger Menschen spenden Blut. Dabei wird es für anstehende Operationen und wegen steigender Unfallzahlen im Frühjahr dringend gebraucht.

Unser Reporter hat den Test gemacht: Was passiert mit unserem gespendeten Blut eigentlich? Die Antwort finden Sie im Video.

Blut reicht nicht mal einen halben Tag

Die Versorgungssituation mit Blutpräparaten ist im Norden nach wie vor sehr angespannt. „Die Tagesvorräte sinken und sind bereits seit mehreren Wochen auf sehr niedrigem Niveau“, warnt Susanne von Rabenau, Pressesprecherin des DRK-Blutspendedienst Nord-Ost.

Insbesondere gelte dies für die Rhesus negativen Blutgruppen (B Rh neg, A RH neg, 0 RH neg), bei denen aktuell die Patientenversorgung nicht einmal für einen halben Tag sichergestellt ist. Wünschenswert wäre eine Versorgungssicherheit von drei bis fünf Tagen.

Lese-Tipp: Blutspenden – das sollten Sie wissen!

Aufgeschobene Operationen werden zum Problem

dpa
Der hohe Bedarf an Blutspenden kann derzeit kaum gedeckt werden - das hat verschiedene Gründe.
deutsche presse agentur

In Schleswig-Holstein und Hamburg werden durchschnittlich pro Tag rund 500 Blutspenden benötigt, um den Bedarf zu decken – bundesweit sind es 14.000 bis 15.000. Diese Zahlen würden aktuell kaum erreicht.

Dies habe mehrere Gründe. „So bleibt der Bedarf aus den Kliniken anhaltend hoch, da aufgeschobene Behandlungen zusätzlich zum Normalbetrieb nachgeholt werden“, sagte Rabenau. Gleichzeitig hätten die aus den Blutspenden gewonnenen Blutpräparate nur eine kurze Haltbarkeit (5 Tage bis 5 Wochen).

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Künstliche Intelligenz soll Verschwendung verhindern

Fakt ist aber auch, dass in Deutschland täglich bis zu 800 Blutkonserven entsorgt werden müssen, weil sie nicht mehr haltbar sind. Eine Künstliche Intelligenz soll das künftig verhindern. Forscher der FH Dortmund und der Uni-Klinik Essen haben ein System entwickelt, das sogar Voraussagen für benötigte Blutgruppen treffen kann.

Beispiel: Im Frühjahr gibt es vermehrt schwere Motorradunfälle. Die KI kennt die Statistiken der letzten Jahre und kann so vorausschauend berechnen, was benötigt wird.

DRK appelliert an alle: Gehen Sie spenden

Und das wärmere Wetter führt nicht nur zu mehr Motorradunfällen: Das veränderte Freizeitverhalten bei dem schönen Wetter lässt die Blutspenden derzeit ebenfalls sinken – die anstehenden Feiertage sorgen für zusätzliche Anspannung. Außerdem spüre das DRK die Auswirkungen des derzeit hohen Corona-Infektionsgeschehens. Infizierte Personen oder solche, die Kontakt zu positiv auf das Virus Getesteten hatten, sind vorübergehend nicht zur Blutspende zugelassen.

Der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost appelliert daher eindringlich an alle gesunden Menschen, die vom DRK angebotenen Blutspendetermine wahrzunehmen, um die Patientenversorgung sicherstellen zu können. (nfi/dpa)

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