BVB pokert nur noch bis Montag

ManUnited überfordert? Chancen auf Sancho-Verbleib in Dortmund steigen

Mönchengladbach, Deutschland, 1. Fußball- BL, 25. Spieltag, Borussia Mönchengladbach : Borussia Dortmund 1:2 am 07. 03.
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06. August 2020 - 12:45 Uhr

Von Tobias Nordmann

Um in der Bundesliga womöglich doch um die Meisterschaft mitzuspielen, würde es dem BVB sicher helfen, wenn Jadon Sancho bliebe. Und die Chancen stehen offenbar so nicht schlecht. Entgegen allen Gerüchten scheint das Werben von Man United gar nicht so offensiv.

Watzke: Es gab nie ein Angebot von Manchester United

Man kann den Druck ja auch einfach mal weitergeben. Unter der erdrückenden Last der Gerüchte und aufgewühlt von der Attacke von Uli Hoeneß, platziert Borussia Dortmund eine knackige Botschaft.

Für Jadon Sancho, das englische Supertalent, das so umworben sein soll, hat es "nie ein Angebot gegeben", sagt Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der "Süddeutschen Zeitung". Nicht aus Manchester, nicht von United.

Der Gerüchte-Hagel, nichts weiter als der übliche Wahnsinn. Und so geht man beim BVB davon aus, dass der 20-Jährige nicht nur am Montag mit ins Trainingslager nach Bad Ragaz fährt, sondern auch davon, dass Sancho noch mindestens eine Saison beim Vizemeister der Fußball-Bundesliga bleibt.

Sancho Transfer zu Man United ein teures Werk

Als letzte gesprochene Sätze in diesem medial kurios befeuerten Transfertheater sind diese Sätze indes nicht zu verstehen. Eine kleine Zitterpartie gönnen sich die Borussen nämlich noch. Denn das ersehnte "rien ne va plus" (nichts geht mehr) gilt erst Montag, wenn es für die Mannschaft von Coach Lucien Favre nach Österreich geht.

Nach dem Aufbruch ins Trainingslager werde es "keinen Sancho-Wechsel mehr in dieser Saison geben", bekräftigt Watzke. Sollte United - das als Hauptinteressent gilt - den englischen Nationalspieler noch verpflichten wollen, dann hurtig ans teure Werk!

Die von Dortmund einfach mal prophylaktisch ausgerufenen (so Watzke) 120 Millionen Euro gelten weiter als Preis, der an der Transferkasse gezahlt werden muss. Corona-Rabatt ausgeschlossen.

Watzke: Sancho ein "sehr angenehmer, fairer Typ"

Eine hohe Hürde. Eine womöglich zu hohe für die Red Devils. In den englischen Medien changieren die Berichte zwischen "nicht zu stemmen" und "Ratenzahlung". Bisweilen wird sogar von "Androhungen" berichtet, dass United lieber einen anderen Spieler verpflichten möchte.

In Dortmund werden sie mit solchen Gedankenspielen aus Manchester gut leben können. Denn die Notwendigkeit zum Verkauf, die besteht ja nicht. Trotz drohender Verluste im Zuge der Corona-Krise. Und weil sie beim BVB überzeugt sind, dass der Engländer (trotz ein paar Flausen) weder die Bockigkeit von Pierre-Emerick Aubameyang in sich trägt noch die Ungezogenheit eines Ousmane Dembélé, fürchten sie auch keine neue Streik-Posse.

"Ich erwarte keine Schwierigkeiten. Jadon hat das akzeptiert, er ist ein sehr angenehmer, fairer Typ", erklärt Watzke.

Auch ein Statement gegen Hoeneß

Ein Verbleib des 20-Jährigen dürfte dem BVB auch als sportliches Statement gegen Uli Hoeneß entgegenkommen.

Der Ehrenpräsident des FC Bayern hatte den Dortmundern in einem wuchtigen Alleingang über die "FAZ" mitgeteilt, dass ihre vielerorts als modellhaft bewertete Strategie, Fußballtalente zu sichten, zu entwickeln und teuer zu verkaufen, "unklug" sei.

Quelle: ntv.de