Britische Medien berichten über Party am Amtssitz

Klebt Johnson wegen seiner Hochzeit am Premierminister-Amt?

Hochzeit auf Staatskosten? Premier Johnson klammert sich an sein Amt
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Premier Johnson klammert sich an sein Amt
Hochzeit auf Staatskosten?

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Der Druck wurde einfach zu groß: Der britische Premierminister Boris Johnson hat seinen Rücktritt angekündigt. Als Chef seiner Konservativen Partei sofort, als Regierungschef wolle er jedoch weitermachen, bis ein Nachfolger gewählt ist, erklärte Johnson vor seinem Londoner Amtssitz in Downing Street 10. Und das kann möglicherweise bis zum Parteitag im Oktober dauern. Nur berichten britische Medien wie "Daily Mirror" und "Guardian", dass der Zeitplan vor allem mit Johnsons Hochzeitsplänen zusammenhänge. Die Einladungen nach Chequers, dem offiziellen Landsitz des britischen Premierministers, seien bereits verschickt. Was ist an dem Gerüchten dran? Unsere Reporterin Katharina Delling ordnet die Vorwürfe im Video ein.

Skandale brachten Johnson ihn zu Fall

In den vergangenen Monaten waren Johnson und seine Regierung durch eine Reihe von Skandalen in die Kritik geraten. Partys am Regierungssitz während des Corona-Lockdowns und sexuelle Übergriffe von hochrangigen Tory-Vertretern zusätzlich zu einer Spendenaffäre führten dazu, dass mehrere Kabinettsmitglieder und zahlreiche parlamentarische Regierungsmitarbeiter ihre politischen Ämter niederlegten. Der Druck aus den eigenen Reihen nahm zu, zuletzt forderte ihn sogar der erst am Dienstag ins Amt berufene Finanzminister Nadhim Zahawi zum Rücktritt auf. Dieser erfolgte am Donnerstag. „Ich möchte ihnen sagen wie traurig ich bin, den besten Job der Welt aufgeben zu müssen, aber so ist eben“, so Johnson gestern.

Zahawi gilt – neben Außenministerin Liz Truss und Handelsministerin Penny Mardaunt - als möglicher Nachfolger. Generalstaatsanwältin Suella Braverman ist bislang die einzige, die offiziell ihre Kandidatur angekündigt hat. Der Chef der Opposition, Keir Starmer von der Labour-Partei, begrüßte den Rücktritt Johnsons und drängt auf einen schnellen Rücktritt des Premieministers. So bereitet die Opposition bereits ein Misstrauensvotum vor. Bei den Briten kommt es offenbar gar nicht gut an, dass Johnson selbst sich aber noch Zeit lassen will. Zumindest, bis seine aufwändige Hochzeit über die Bühne ist.