Black Friday während Corona

Umsatzeinbußen befürchtet: Droht dem Einzelhandel ein rabenschwarzer Freitag?

Black Friday: Umsatzeinbußen befürchtet
© dpa, Jennifer Weese, wee sja vco

23. November 2020 - 8:12 Uhr

Pandemie senkt Ausgabenbereitschaft

Rabattschlachten im Internet und Schnäppchenjagd in den Einkaufsstraßen: Der Black Friday hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der umsatzstärksten Verkaufstage im deutschen Einzelhandel entwickelt. Doch in diesem Jahr könnte alles ganz anders werden. In den Innenstädten droht der Teil-Lockdown, die Lust an der Schnäppchenjagd zu torpedieren. Und auch im Internet könnte die Ausgabenbereitschaft in diesem Jahr aufgrund der Pandemie deutlich geringer sein als früher.

Weniger Schnäppchenbudget

Eine aktuelle Umfrage der Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partners ergab, dass in diesem Jahr gerade einmal die Hälfte der Verbraucher plant, am Black Friday oder dem folgenden Cyber Monday auf Schnäppchenjagd zu gehen. Vor einem Jahr hatten das noch zwei Drittel der Konsumenten vor. Und auch das eingeplante Einkaufsbudget ist in der Corona-Krise zusammengeschmolzen: Im Durchschnitt sind in diesem Jahr "nur" noch 205 Euro für das Black-Friday-Shopping vorgesehen. Vor einem Jahr waren es noch 242 Euro.

Doch nicht alle sind so pessimistisch. Der Handelsverband Deutschland (HDE) etwa rechnet in diesem Jahr für den Black Friday und den Cyber Monday sogar mit einem neuen Umsatzrekord von rund 3,7 Milliarden Euro. Das wäre ein Plus von rund 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Startschuss für Schnäppchenjagd fiel sehr früh

Tatsächlich bemühen sich viele Händler in diesem Jahr noch mehr als in der Vergangenheit, die Kunden anzulocken. Der Startschuss für die Schnäppchenjagd fiel noch früher als sonst. Amazon lockt schon seit Ende Oktober mit "frühen Black Friday Angeboten".

Fakt ist: Gerade die Händler in den Innenstädten könnten ein bisschen zusätzlichen Rummel durch den Rabatttag gerade sehr gut brauchen. Zwar dürfen Modehändler, Schmuckgeschäfte und Buchhandlungen auch im Teil-Lockdown geöffnet bleiben. Doch vielen Kunden ist angesichts der gestiegenen Infektionszahlen und wegen der Schließung der Gastronomieangebote die Lust am Shoppingtrip vergangen.

Die Kundenfrequenzen in den Innenstädten sind seit der coronabedingten Schließung der Gastronomie und Freizeitangebote wieder drastisch eingebrochen. Und der Black Friday dürfte daran nur wenig ändern, denn die Rabatttage Ende November werden in Deutschland traditionell vom Onlinehandel dominiert. Bei der Umfrage von Simon-Kucher & Partners gaben 57 Prozent der Konsumenten an, überwiegend oder ausschließlich online einkaufen zu wollen. Nur 14 Prozent wollen demnach in Ladenlokale gehen.