BKK-Gesundheitsreport 2016: Wer mehr verdient, ist weniger krank

02. Dezember 2016 - 11:44 Uhr

Vor allem Reinigungskräfte sind oft krank

Der BKK-Gesundheitsreport 2016 'Gesundheit und Arbeit' zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Berufsgruppen: Denn laut der Studie sind Beschäftigte seltener krank, wenn sie gut verdienen. Analysiert wurden die Daten von 9,3 Millionen Versicherten, darunter 4,4 Millionen Arbeitnehmer, die bei einer Betriebskrankenkasse versichert sind.

Kreative Arbeit wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus

Arbeitnehmer melden sich seltener krank, wenn sie in ihren Berufen selbständig und kreativ arbeiten können. Bei sehr stressigen Berufen mit festem Zeitdruck hingegen, sind die Beschäftigten zwei bis dreimal so oft krank. Anerkennung und Wertschätzung im Job wirken sich hingegen positiv auf die Gesundheit aus.

Mit mehr als drei Wochen Fehlzeit sind vor allem Reinigungsberufe die Spitzenreiter (23 durchschnittliche Fehltage), gefolgt von Verkehrs- und Logistikberufen (22 Tage) und Sicherheitsberufen (20,5 Tage). Am unteren Ende der Fehlzeitenskala finden sich unternehmensbezogene Dienstleistungsberufe - so in den Bereichen Recht und Verwaltung sowie Medienberufe mit jeweils rund 13 Krankentagen. Beschäftigte im IT-Bereich waren im Schnitt sogar nur 12 Tage krankgemeldet.

Körperlich arbeitende Menschen haben erwartungsgemäß vor allem Muskel- und Skeletterkrankungen. Dagegen zeigen sich bei Berufen mit hoher emotionaler Belastung (z.B. Gesundheitsberufe) besonders viele Fehltage aufgrund von psychischen Störungen.

Naheliegend ist natürlich, dass es bei Arbeitsunfällen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem ausgeübten Beruf und den damit verbundenen Arbeitsbedingungen. Werden bei im Hoch- und Tiefbau-Tätigen im Schnitt 1,5 Tage je Beschäftigtem durch einen Arbeitsunfall verursacht, sind es bei den im Bereich Finanzdienstleistungen, Rechnungswesen und Steuerberatung Tätigen gerade einmal 0,1 Tage.

Rund 1,7 Tage fehlten außerdem die Leih- bzw. Zeitarbeiter im Jahr 2015 länger als Beschäftigte mit einem regulären Arbeitsvertrag. Dabei gab es große Unterschiede, je nach Berufsgruppe: Leih- bzw. Zeitarbeiter, die in Fertigungs- oder in Verkehrs- und Logistikberufen tätig sind, haben deutlich weniger Fehltage als dortige Festangestellte. Umgekehrt ist dieses Bild bei den Gesundheitsberufen, den Reinigungsberufen und den Bauberufen.

Investitionen in eine gesunde Belegschaft rentieren sich

Für den Arbeitgeber lohnt es sich sehr, in die Gesundheit der Mitarbeiter zu investieren: Allein durch reduzierte Fehlzeiten sparen Betriebe im Schnitt 2,70 Euro mit jedem Euro, den sie für die Mitarbeitergesundheit ausgeben. Dies zeigte unlängst eine Studie der Initiative Gesundheit und Arbeit - ein wahrer Gewinn für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.