Gemeinsam mit dem FBI

BKA nimmt zweitgrößte Darknet-Plattform hoch – drei Deutsche festgenommen

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3. Mai 2019 - 13:59 Uhr

Großer Erfolg für die Behörden

Ermittlern aus Europa und den USA ist gemeinsam ein Schlag gegen den Handel mit illegalen Waren im Internet gelungen: Sie nahmen in Deutschland drei Männer fest, die im Darknet kriminelle Geschäfte ermöglicht haben sollen. Auf der Plattform "Wall Street Market" waren über 1,15 Millionen Kundenkonten registriert.

Die weltweit zweitgrößte kriminelle Handelsplattform

Bei den Festgenommenen soll es sich um einen 22-Jährigen aus Kleve (NRW), einen 29-Jährigen aus dem Landkreis Esslingen (Baden-Württemberg) und einen 31-Jährigen aus dem hessischen Bad Vilbel handeln. Sie sitzen derzeit in Untersuchungshaft. "Bei dem Online-Marktplatz 'Wall Street Market' handelte es sich um die weltweit zweitgrößte kriminelle Handelsplattform, über die insbesondere Drogen, ausgespähte Daten, gefälschte Dokumente und Schadsoftware gehandelt wurden", sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt.

Dieser Sperrhinweis erscheint, wenn man die Darknet-Seite aufrufen will.
Dieser Sperrhinweis erscheint, wenn man die Darknet-Seite aufrufen will.
© Bundeskriminalamt

Ermittler fanden über 550.000 Euro Bargeld

Das Darknet ist ein abgeschirmter Teil des Internets. Die Männer sollen als Betreiber der Plattform an den Verkäufen illegaler Güter Provisionen verdient haben. Ermittler hätten die Verdächtigen bereits Ende April festgenommen und ihre Wohnungen durchsucht. Dabei seien die Rechner, über die die Plattform betrieben wurde, sichergestellt worden. Außerdem fanden die Ermittler über 550.000 Euro in bar, digitale Währungen in sechsstelliger Höhe und teure Fahrzeuge. Bei dem Tatverdächtigen aus Kleve habe man auch eine Schusswaffe entdeckt.

Netzreporter Daniel Schüler erklärt: Was ist das Darknet?

Was genau kann man sich eigentlich unter dem Begriff Darknet vorstellen? Ist alles,was dort geklickt wird, illegal? Unser ntv-Netzreporter Daniel Schüler erklärt im Gespräch mit Moderator Christoph Teuner die wichtigsten Fakten im Video.

Ermittlungen auch in den USA und den Niederlanden

Der "Wall Street Market" ist laut den Ermittlern nicht mehr erreichbar. "Zuletzt waren auf dem Online-Marktplatz über 63.000 Verkaufsangebote eingestellt sowie über 1,15 Millionen Kundenkonten und über 5.400 Verkäufer angemeldet", erklärte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Den Festnahmen seien aufwendige verdeckte Ermittlungen vorausgegangen. US-amerikanische und niederländische Behörden seien beteiligt gewesen, ebenso die europäische Polizeibehörde Europol. Bei Durchsuchungen der US-amerikanischen Tatverdächtigen seien illegale Waffen und Bargeld in Millionenhöhe gefunden worden.