Korrektur nach Falschmeldungen

BKA-Chef stellt klar: Morde von Hanau waren rassistisch motiviert

Gedenkfeier für die Opfer des Anschlags von Hanau
© dpa, Frank Rumpenhorst, kno

31. März 2020 - 16:22 Uhr

Mörder verbreitete abstruse Theorien

Jetzt spricht der Chef: Das Bundeskriminalamt (BKA) hält den Anschlag von Hanau unverändert für die Tat eines Rassisten - das hat BKA-Präsident Holger Münch nach Berichten über eine angebliche Neueinschätzung klargestellt. "Das BKA bewertet die Tat als eindeutig rechtsextremistisch. Die Tatbegehung beruhte auf rassistischen Motiven", twitterte Münch. Medien hatten am Wochenende fälschlicherweise berichtet, dass BKA-Beamte die Tat inzwischen anders beurteilten.

Neun Tote mit ausländischen Wurzeln

Tobias R. habe keine typisch rechtsextreme Radikalisierung durchlaufen, und Rassismus sei nicht der dominierende Aspekt seiner Weltanschauung gewesen. Er habe seine Opfer vielmehr ausgewählt, um größtmögliche Aufmerksamkeit für seine Verschwörungstheorien über Geheimdienste zu erlangen, hieß es in einigen Berichten.

R. hatte am 19. Februar im hessischen Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Später wurden der 43-Jährige und seine Mutter tot in ihrer Wohnung gefunden. Im Internet hatte R. abstruse Gedanken verbreitet, die Zweifel an seinem Geisteszustand aufkommen lassen. Er hatte aber auch rassistische Ansichten geäußert.

"Die Ermittlungen dauern an“

Die angebliche Neubewertung im BKA sollte sich den Medienberichten zufolge unter anderem darauf stützen, dass R. Nachbarn und Bekannten nicht durch rassistische Äußerungen aufgefallen sei. Es seien auch keine Hinweise darauf gefunden worden, dass er sich mit rechter Ideologie oder mit Rechtsterroristen und deren Taten beschäftigt habe. In der Berichterstattung hatte es geheißen, die Einschätzung zu R. solle in einen Abschlussbericht einfließen, an dem noch gearbeitet werde.

Dazu erklärte Münch: "Einen solchen Bericht gibt es derzeit nicht. Die Ermittlungen dauern an."