"Bitte, lass das Baby atmen": Mutige Passanten ziehen Baby und Kleinkind aus überflutetem Auto in Texas

04. Mai 2017 - 15:26 Uhr

Die Straße verwandelte sich plötzlich in einen reißenden Fluss

Mehrere Tornados sind am Wochenende über den US-Bundesstaat Texas hinweggefegt. Eine Stadt traf es besonders hart: Canton, östlich von Dallas. Zahlreiche Häuser wurden zerstört und Dutzende Autos durch die Luft gewirbelt. Auch Phillip Ocheltree lud seine beiden kleinen Kinder ins Auto, um sich vor dem Unwetter in Sicherheit zu bringen, schrieb er auf Facebook. Doch das Unwetter holte die Familie unterwegs ein, das Auto kam von der Straße ab. Nur mit Mühe gelang es mutigen Passanten, die Kinder zu retten.

Die Straße verwandelte sich plötzlich in einen reißenden Fluss und spülte den Wagen von der Fahrbahn. Das Auto überschlug sich und blieb auf dem Dach im tiefen Wasser liegen. Die Familie saß darin in der Falle. Andere Autofahrer, die den Unfall gesehen hatten, halfen sofort. Auch Tom Mitchell ist einer von ihnen. Er filmte die dramatische Rettungsaktion. Die Aufnahmen sind kaum zu ertragen.

Die Retter brauchen endlose Minuten

Die Strömung der Wassermassen war so stark, dass die Helfer die Türen des Wagens nicht öffnen konnten. Es dauert endlose Minuten, bis die Helfer den Säugling Marshal und seine zweijährige Schwester Addy befreien konnten. Doch noch immer bestand höchste Lebensgefahr für die Kinder, denn beide waren bewusstlos und atmeten nicht. "Das Baby stirbt, wenn wir nicht sofort mit der Wiederbelebung anfangen", sagte Tom, dann steckte er sein Handy in die Tasche und begann das Baby zu beatmen.

Zuerst befürchtete er, dass der Säugling es vielleicht nicht schaffen könnte. "Keine Reaktion, nichts passierte", erzählt er einem Reporter nach der Rettungsaktion. Eine Frau begann zu beten. "Bitte, lass das Baby atmen", sagt sie auf dem Video. Dann endlich zeigt der Kleine wieder erste Lebenszeichen. Auch die zweijährige Schwester konnte mühsam wiederbelebt werden.

Addy liegt noch auf der Intensivstation

Dem Baby geht es inzwischen wieder gut, das kleine Mädchen liegt noch auf der Intensivstation und wird künstlich beatmet. "Sie ist stabil und es geht ihr viel besser", schrieb der Vater in seinem Facebookpost. Die Familie hofft, dass die Kleine sich schnell erholt und bald wieder aus eigener Kraft atmen kann. "Ich kann mich gar nicht genug bei all denen bedanken, die ins Wasser gesprungen sind, um meine Kinder zu retten", fügte Phillip Ocheltree hinzu.

Nur den selbstlosen Helfern ist es zu verdanken, dass alle drei Unfallopfer lebend aus dem Auto befreit werden konnten. Tom Mitchell veröffentlichte das Video, um zu zeigen, wie aus Fremden plötzlich eine Gemeinschaft entsteht. Bleibt zu hoffen, dass jeder, der Zeuge eines Unfalls wird, so handelt und nicht schulterzuckend weiterfährt.