Bitkom-Umfrage

Die meisten Deutschen wollen so schnell wie möglich den digitalen Impfpass

Symbolbild Corona-Impfung. Zwei Impfdosen, Impfspritze und der Eintrag der ersten und zweiten Corona-Impfung in einem Im
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23. Februar 2021 - 11:25 Uhr

Digitaler Impfpass kommt erst 2022

Der für 2022 geplante digitale Impfpass stößt bei den Menschen in Deutschland bereits jetzt auf großes Interesse. 64 Prozent würden ihn etwa per Smartphone-App anstelle des gelben Impfpasses aus Papier nutzen, ergab eine Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom.

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Reisen oder Veranstaltungen: Nachweis für Corona-Schutzimpfung per Impf-App

Der Vorteil, den die Impfpass-Befürworter sehen, liegt auf der Hand: 84 Prozent erhoffen sich, dass sich damit schnell eine erfolgte Corona-Schutzimpfung nachweisen lässt, etwa beim Reisen oder bei Veranstaltungen.

64 Prozent heben hervor, per digitalem Impfpass automatisch an notwendige Impfungen oder Auffrischungen erinnert zu werden. Und 56 Prozent begrüßen, ihren Impfpass so immer griffbereit zu haben. "Ihr Smartphone haben die Menschen immer zur Hand, ihren Impfpass müssen sie suchen", erklärt Bitkom-Präsident Achim Berg.

"Ein zuverlässiger Impfschutz ist Grundvoraussetzung für die Reaktivierung unseres wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens. Deshalb muss jeder wissen, wann ihm welcher Impfstoff verabreicht wurde – und vor allem: wann eine Auffrischung fällig ist. Solche wichtigen Informationen sollten nicht ausschließlich auf einem Stück Papier hinterlegt werden. Dafür benötigen wir einen digitalen Impfnachweis, den die Menschen auch per App auf ihr Smartphone laden können", betont Berg.

Digitaler Impfpass als Waffe im Kampf gegen Corona-Mutanten

Trotzdem ist einigen die traditionelle Variante lieber. 29 Prozent derjenigen, die den digitalen Impfpass nicht nutzen wollen, bevorzugen einen Impfpass aus Papier. 31 Prozent besitzen kein Smartphone oder Tablet, um die entsprechende App nutzen zu können. Die Mehrheit von 60 Prozent derjenigen, die nicht am digitalen Impfpass interessiert sind, sorgt sich auch um den Datenschutz.

Für die meisten Deutschen kommt die Einführung des Digi-Impfpasses zu spät: 60 Prozent fordern, dass der digitale Impfpass nicht erst 2022, sondern schon jetzt eingeführt wird. Zugleich sprechen sich nur etwas mehr als halb so viele (36 Prozent) dafür aus, dass Geimpfte bestimmte Freiheiten zurückerhalten sollen.

Dabei wäre durchaus eine Zwischenlösung möglich. "Während das Vorziehen des digitalen Impfpasses als Teil der elektronischen Patientenakte strukturell schwer möglich ist, können andere digitale Impfpässe oder -Zertifikate vorübergehend eine Lösung sein", so Berg. "Wichtig ist, dass die derzeit entwickelten Lösungen international kompatibel sind – und dass die Daten später in die elektronische Patientenakte übertragen werden können."

Einen digitalen Impfpass hält Berg auch deshalb für wichtig, da die Menschen so automatisch und individuell über nötige Auffrischungen oder neue Erkenntnisse zum jeweiligen Impfschutz gegenüber Mutanten informiert werden können.

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