Die Jungen sind polizeibekannt

Bissendorf: Drei Kinder (11, 11, 12) wüten an Schule - 150.000 Euro Schaden

28. Juli 2020 - 16:05 Uhr

Mehr als 25 weitere Taten seit Mai 2020

150.000 Euro Schaden, acht vollkommen zerstörte Klassenzimmer, ein geflutetes Gebäude: Drei Kinder haben an der Oberschule "Am Sonnensee" in Bissendorf gewütet. Wie die Polizei mitteilte, seien die Jungen (elf, elf und zwölf Jahre alt) zuvor bereits wegen zahlloser anderer Taten aufgefallen.

Die Bilder der Zerstörungswut und was Augenzeugen und zu den Randalen sagen – im Video.

Sachschäden, Körperverletzung und Diebstähle

Sie brachen Waschbecken von Wänden, zerschlugen Fensterscheiben, beschmierten Türen und Wände mit Farbe, öffneten Wasserhähne. "Das Wasser ergoß sich durch alle Etagen des Schulgebäudes", so die Polizei. "Die Feuerwehr Bissendorf pumpte die vollgelaufenen Räumlichkeiten aus." Passanten hatten die drei Schüler auf dem Dach der Schule im Kreis Osnabrück beobachtet und den Notruf verständigt.

Die alarmierten Beamten hätten die Randalierer bereits aus einiger Entfernung identifizieren können, denn das Trio sei bereits bekannt. Es handelt sich um zwei Brüder und einem befreundeten Jungen aus dem Ort. Allein seit Mai 2020 hätten sie bei mehr als 25 weiteren Taten schon einen Schaden von insgesamt rund 50.000 Euro verursacht. "Den größten Teil machen Sachbeschädigungen aus, Körperverletzungen und Diebstähle gehen aber ebenfalls auf das Konto der drei Kinder."

Polizei steht im Austauscht mit den Jugendämtern

Die Schüler ergriffen am Sonntagabend zwar die Flucht, wurden aber kurze Zeit später von der Polizei aufgegriffen: Einen der Jungen stoppten die Beamten vor einem Maisfeld, die beiden anderen in der Nähe ihres Zuhauses. "Zwischenzeitlich war für die Personensuche ein Polizeihubschrauber eingesetzt worden. Eine alarmierte Rettungshundestaffel konnte ihren Einsatz bereits auf der Anfahrt wieder abbrechen", heißt es in einer Meldung der Polizei Osnabrück.

Nach einer Befragung seien die Kinder zu ihren Verwandten gebracht worden. Zwei von ihnen sollen laut Polizei früher sogar auf die Schule gegangen sein. Zu den Beamten sagten sie, sie hätten die Schule aus Wut zerstören wollen. Belangt werden können die strafunmündigen Jungen nicht, die Polizei steht nach eigenen Angaben aber im engen Austausch mit den Jugendämtern.