Bischofssynode in Rom endet ohne konkrete Reformen

Das dreiwöchige Treffen der katholischen Kirche endete mit einer Messe im Petersdom von Papst Franziskus.
© dpa, Ettore Ferrari

26. Oktober 2015 - 16:26 Uhr

Vorsichtige Öffnung ohne konkrete Reformen nach dreiwöchigen Gesprächen

Die mit Spannung erwartete Bischofssynode in Rom hat sich für eine vorsichtige Öffnung in strittigen Fragen ausgesprochen, Hoffnungen auf radikale Reformen aber gedämpft. Das mit notwendiger Zweidrittel-Mehrheit verabschiedete Abschlussdokument macht wiederverheirateten Geschiedenen vage Hoffnung auf eine Zulassung zur Kommunion und regt eine Unterscheidung in Einzelfällen an, ohne konkrete Schritte vorzuschlagen.

Die deutschen Bischöfe werteten den Text als Erfolg, während von anderer Seite auch Kritik kam. "Es war anstrengend, aber es war ein wahres Geschenk Gottes, das sicherlich viele Früchte bringen wird", sagte Papst Franziskus, der das dreiwöchige Treffen am Sonntag mit einer Messe im Petersdom beendete. "Das Wort 'Synode' bedeutet, 'gemeinsam gehen'. Und das, was wir erlebt haben, war die Erfahrung einer Kirche auf dem Weg."

Mit Spannung wird nun erwartet, welche Entscheidungen der Argentinier in Zukunft auf Basis der Synodenempfehlungen umsetzen wird. Zu den Abschnitten zum Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen im Abschlussdokument der Synode gab es den größten Widerstand. Die Passage, die für mehr Offenheit und eine Unterscheidung der Umstände plädiert, bekam 178 Ja-Stimmen und damit nur eine mehr als die 177 für eine Zwei-Drittel-Mehrheit notwendigen.

Die Zulassung Wiederverheirateter zur Kommunion war eines der viel diskutierten Themen bei der Synode. Viele Gläubige wünschen sich hier mehr Offenheit der Kirche und leiden unter dem Ausschluss. Was sich für sie nun konkret ändern könnte, blieb jedoch offen. "Sie werden in dem Dokument keine direkte Antwort darauf finden. Das ist auch gewollt", sagte der Wiener Kardinal Christoph Schönborn. Es sei nicht Aufgabe der Synode, einen Handzettel zur Verfügung zu stellen. Bei der Vorbereitungssynode im vergangenen Jahr hatten die Teilnehmer bei den umstrittenen Themen keinen Konsens gefunden, weshalb einige die vorsichtige Öffnung in diesem Jahr schon als Erfolg betrachten.

Für Enttäuschung sorgte, dass der Bericht das brisante Thema des Umgangs mit Homosexuellen weitgehend ausklammert. Es wird lediglich auf die Begleitung von Familien mit homosexuellen Mitgliedern eingegangen und erklärt, Homosexuelle müssten angenommen und respektiert werden. Der innen- und religionspolitische Sprecher der Grünen, Volker Beck, kritisierte die Synode als "herbe Enttäuschung".