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Bis zu neun Jahre Haft für Elysium-Betreiber

ARCHIV - 02.08.2018, Hessen, Limburg: Die Angeklagten kommen zu dem Prozessbeginn und verbergen ihre Gesichter hinter Aktenordnern. Den Angeklagten im Alter von 40 bis 62 Jahren wird insbesondere zur Last gelegt, die kinderpornographische Plattform «
Am Donnerstag ist das Urteil im Kinderporno-Prozess gefallen. © dpa, Thomas Frey, tfr rho

Fast zehn Jahre Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung

Im Elysium-Prozess ist am Donnerstag ein Urteil gefallen. Das Limburger Landgericht hat die vier angeklagten Männer zu Haftstrafen zwischen knapp vier und neun Jahren und neun Monaten verurteilt. Die Männer haben ein riesiges Kinderporno-Netzwerk im Darknet aufgebaut und betrieben. Warum der Richter bei drei Angeklagten ein höheres Strafmaß wählte, als gefordert, erklärt RTL-Reporter Andreas Schopf im Video unten.

Verurteilte Männer gehörten zur Führungsriege der Plattform

Acht Jahre Haft für Frank M., sechseinhalb Jahre für Joachim P., fast vier Jahre für Max M. und neun Jahre und neun Monate Gefängnis mit anschließender Sicherheitsverwahrung für Gerhard G. – ein Urteilsspruch, der den Prozess um das Kinderporno-Forum Elyisum beendet.

Die verurteilten Männer waren nicht nur Nutzer der Plattform, sie bildeten gemeinsam die Führungsriege. Zudem haben sie das Netzwerk moderiert und auch Bilder von sexuellen Missbräuchen von Kindern ausgetauscht und heruntergeladen. Der Hauptangeklagte Gerhard G. war vorher schon auffällig und saß bereits wegen sexuellem Missbrauchs im Gefängnis.

Elysium-Prozess: Höheres Strafmaß durch Richter
Elysium-Prozess: Höheres Strafmaß durch Richter Andreas Schopf zum Urteil 01:03

Eine Sicherheitslücke führte zu den Betreibern

Landgericht Limburg Prozess Elysium 22.08.2018, Limburg: Landgericht Limburg, Prozess Elysium. Kinderpornografisches Netzwerk im Darknet. Vier Angeklagten im Alter von 40 bis 62 Jahren, wird zur Last gelegt wird, die kinderpornographische Plattform E
Ein Programmierfehler führte die Ermittler letztlich zu den Betreibern. © imago/onemorepicture, Thorsten Wagner, imago stock&people

Elysium war das wohl größte Forum seiner Art, das deutsche Ermittler jemals zerschlagen haben. Im Juni 2017 haben Spezialisten der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt die Plattform schließen und die Verantwortlichen identifizieren können.

Ein Programmierfehler führte die Ermittler letztlich zu den Betreibern. Mit der Sicherheitslücke konnten die Cyberspezialisten die reale IP-Adresse des Servers lokalisieren. Die Spur führte sie zur Autowerkstatt von Frank M. ins hessische Bad Camberg. Der 41-jährige Familienvater hatte die Plattform programmiert.

Die Inhalte waren nach den Vorlieben der Nutzer sortiert

Das im sogenannten Darknet, dem verborgenen Teil des Internets, erreichbare Netzwerk Elysium war sowohl ein Forum für Kinderpornographie als auch für Verabredungen zum sexuellen Missbrauch von Kindern. Es gab einen Chatbereich und verschiedene Foren auf die jeder zugreifen konnte. Die einzelnen Inhalte waren nach den Vorlieben der Nutzer sortiert – nach Alter und Geschlecht. Darunter waren Aufnahmen schwersten sexuellen Missbrauchs von Kindern. 

Insgesamt fand man dort 1.866 Thread-Beiträge und 111.000 Nutzerkonten auf der ganzen Welt. Auch wenn der Urteilsspruch ein großer Erfolg gegen die Kinderpornographie war: Für die Ermittler ist der Fall längst noch nicht abgeschlossen. Sie versuchen weiterhin, die Nutzer hinter den Accounts zu finden.

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