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Bis zu 15.000 Tote im Jahr: Deutschland bekommt Krankenhauskeime nicht in den Griff

Deutschland: Krankenhauskeime weiten sich aus
Deutschland: Krankenhauskeime weiten sich aus Ein großes Problem 00:55

FDP fordert bundesweit Fachärzte für Infektiologie

Deutschland hat ein Problem mit der Hygiene in Krankenhäusern. Seit Jahren. Und scheinbar wird es nicht besser, obwohl es lange bekannt ist. Laut Bundesgesundheitsministerium erkranken jedes Jahr 600.000 Menschen an Krankenhauskeimen, bis zu 15.000 Menschen sterben daran - noch immer. Das sind deutlich mehr Menschen als im Straßenverkehr (2017: 3.200). Und das, obwohl die Bundesregierung zwischen 2013 und 2017 etwa 330 Millionen Euro in ein Hygiene-Sonderprogramm gesteckt hat. Ohne nachweisbaren Effekt, wie die FDP kritisiert.

WHO: 10 Millionen Toten jährlich durch resistente Erreger bis 2050

Multiresistente Keime
Eine Indikatorkulturplatte zum Nachweis von resistenten Bakterien. © deutsche presse agentur

Bis Ende 2019 sollen weitere 110 Millionen investiert werden. Die Zahlen gehen aus einer Anfrage der FDP an das Gesundheitsministerium hervor. Im RTL-Interview wirft der Bundestagsabgeordnete Andrew Ullmann der Bundregierung vor, dass sie "einen messbaren Effekt der bisherigen Ausgaben nicht sicherstellen" könne.

Seine Partei fordert daher die deutschlandweite Etablierung des Facharztes für Infektiologie, den es bisher nur in Mecklenburg-Vorpommern gibt. "Die Bundesregierung weiß, dass Infektionsschutz heute immer noch davon abhängt, in welchem Bundesland und in welchem Krankenhaus sich Patienten behandeln lassen", so Ullmann.

Ein großes Problem ist der inflationäre Einsatz von Antibiotika in der Vergangenheit. Bei vielen Menschen wirken die Mittel nicht mehr, die Keime sind resistent geworden. Die Folgen sind dramatisch: Die Weltgesundheitsorganisation WHO rechnet mit bis zum Jahr 2050 mit zehn Millionen Toten jährlich durch resistente Erreger

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