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Bis 2023: Bund spart 15 Milliarden Euro wegen Schuldenkrise

Bis 2023: Bund spart 15 Milliarden Euro wegen Schuldenkrise

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Deutschland zählt zu den Profiteuren der Eurokrise: Bis 2023 hat Bundesfinanzminister Schäuble eine Ersparnis von 15 Milliarden Euro.
dpa, Soeren Stache

Zinsersparnis hilft bei der Sanierung des Bundeshaushalts

In Zypern bangen wegen der Schuldenkrise zahlreiche Anleger um ihre Einlagen, der Staat steht vor der Pleite. Ganz anders sieht die Situation in Deutschland aus. Wir zählen zu den Profiteuren der Euro-Schuldenkrise.

Grund dafür ist, dass der Bund bei Investoren als 'sicherer Hafen' gilt: So ist die Nachfrage nach Bundesanleihen besonders groß, während zahlreiche Krisenländer Anleger mit wesentlich höheren Zinsen locken müssen oder sogar ganz vom Kapitalmarkt abgeschnitten sind. Investoren flüchten seit 2011 verstärkt in Bundesanleihen. IfW-Experte Jens Boysen-Hogrefe sagte, dass allein 2013 der Effekt ungefähr zwei Milliarden Euro ausmache.

Schäuble profitiert vom ‘Sicheren-Hafen-Effekt‘

Die Zinsersparnis spielt eine wichtige Rolle bei der Konsolidierung des Bundeshaushalts. International wird Deutschland immer wieder vorgeworfen, Krisenländern wie Griechenland harte Sparauflagen zu diktieren, selbst aber zu den Profiteuren der Krise zu gehören.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) muss jedes Jahr rund ein Fünftel seines Schuldenbergs von 1,3 Billionen Euro umschulden - in diesem Jahr rund 250 Milliarden Euro. Dem IfW zufolge profitiert er seit 2009 vom allgemeinen Rückgang des Zinsniveaus in Höhe von mehr als 80 Milliarden Euro: Diesen Betrag hätte er bis 2023 mehr an Zinsen zahlen müssen, wenn er sich zum durchschnittlichen Zinssatz der Vorjahre hätte verschulden müssen. Von den 80 Milliarden Euro gehen dem IfW zufolge gut 15 Milliarden Euro alleine auf den ‘Sicherer-Hafen-Effekt‘ zurück.