RTL News>Gesundheit>

Biontech-Chef Ugur Sahin: Ende Januar Klarheit über Impfstoff-Produktionsmengen

Neue Kooperationspartner in Deutschland?

Biontech-Chef Ugur Sahin: Ende Januar Klarheit über Impfstoff-Produktionsmengen

ARCHIV - 22.12.2020, Hessen, Mainz: Ugur Sahin, Mitgründer und Vorstandsvorsitzender des Unternehmens Biontech, steht auf dem Firmengelände. Sahin geht davon aus, dass das Unternehmen Ende Januar Klarheit über die weiteren Produktionsmengen für den C
Biontech - Ugur Sahin
arn htf fdt, dpa, Andreas Arnold

Ugur Sahin sucht neue Kooperationspartner

Aktuell ist die Nachfrage nach dem in Deutschland zugelassenen Impfstoff von Biontech größer, als es die Produktion gewährleisten kann. Biontech-Chef Ugur Sahin will daher neue Kooperationspartner deutschlandweit gewinnen.

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

Biontech will mehr Impfstoff produzieren

Biontech-Chef Ugur Sahin geht davon aus, dass das Unternehmen Ende Januar Klarheit über die weiteren Produktionsmengen für den Corona-Impfstoff haben wird. „Wir versuchen, neue Kooperationspartner zu gewinnen, die für uns produzieren. Aber es ist ja nicht so, als stünden überall in der Welt spezialisierte Fabriken ungenutzt herum, die von heute auf morgen Impfstoff in der nötigen Qualität herstellen könnten“, sagte Sahin (55) dem „Spiegel“. „Ende Januar haben wir Klarheit, ob und wie viel wir mehr produzieren können.“

Aktuell reicht die Menge des produzierten Impfstoff noch nicht aus, um alle Risikogruppen und Menschen, die diese im Gesundheitswesen versorgen, zu impfen. Oberärztin Dr. Carola Holzner appellierte daher schon in einem offenen Wut-Brief an den NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet.

Derzeit sehe es hinsichtlich der insgesamt verfügbaren Impfstoffe gegen Covid-19 „nicht rosig“ aus, „weil weitere zugelassene Impfstoffe fehlen und wir mit unserem Impfstoff diese Lücke füllen müssen“, meinte Sahin. Daher sei man mit dem US-Partner Pfizer daran, die Möglichkeit für eine erhöhte Produktion des eigenen Präparats auszuloten.

Schwierigkeiten bei der Produktion

Der Impfstoff von Biontech und Pfizer wurde kurz vor Weihnachten in der EU zugelassen und wird seit einigen Tagen auch verabreicht. Weitere Zulassungen für Corona-Impfstoffe gibt es in der EU bisher nicht. Die Staatengemeinschaft hat aber bereits bei mehreren Herstellern Impfstoffdosen geordert, die sich noch in der Entwicklung befinden. „Es gab die Annahme, dass noch viele andere Firmen mit Impfstoffen kommen. Offenbar herrschte der Eindruck: Wir kriegen genug, es wird alles nicht so schlimm, und wir haben das unter Kontrolle. Mich hat das gewundert“, sagte Sahin dazu.

Zu der Frage, ob Biontech andere Hersteller zur Produktion des neuen Impfstoffes lizenzieren könne, betonte Sahin die Komplexität bei der Herstellung von mRNA-Impfstoffen. „Da kann man nicht einfach umschalten, so dass statt Aspirin oder Hustensaft plötzlich Impfstoff hergestellt wird. Der Prozess braucht jahrelange Expertise und eine entsprechende bauliche und technologische Ausstattung.“

Quelle: DPA/RTL.de

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

TVNOW-Dokus: Corona und die Folgen