Neueste Ergebnisse machen Hoffnung

Biontech-Chef: Zulassung von Impfstoff schon im Dezember möglich

Der Biontech-Impfstoff gegen das Coronavirus könnte schon im Dezember zugelassen werden
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13. Juli 2020 - 10:46 Uhr

Vorproduktion von 300 Millionen Impfdosen

Erst kürzlich vermeldete das Biotechnologie-Unternehmen Biontech vielversprechende Erfolge bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen Corona. Jetzt legt Chef Ugur Sahin nach: Er ist zuversichtlich, dass die Zulassung des Mittels bereits im Dezember möglich ist. Bis dahin könnten außerdem schon rund 300 Millionen Impfdosen vorproduziert werden, erklärte er dem "Wall Street Journal". Gleichzeitig warnt der Mediziner aber vor zu großer Euphorie.

Studien-Phase 3 soll Gewissheit bringen

ARCHIV - 27.11.2019, Rheinland-Pfalz, Mainz: Ugur Sahin, Vorstandsvorsitzender BioNTech, gestikuliert während des Interviews. Das Tübinger Unternehmen CureVac darf mit der klinischen Prüfung seines Impfstoffkandidaten gegen Corona beginnen. Ende Apri
Eine Milliarde Corona-Impfdosen bis Ende 2021: Das ist das Ziel von Biontech-Chef Ugur Sahin
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Biontech entwickelt zusammen mit dem Pharmakonzern Pfizer zusammen einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Das deutsche Unternehmen ist zuversichtlich, bis Ende des Jahres die Zulassung beantragen zu können. Schon vorher könnten zudem rund 300 Millionen Impfdosen produziert werden und über eine Milliarde bis Ende 2021, so Sahin zum "Wall Street Journal".

Biontech, ursprünglich auf die Behandlung von Krebserkrankungen spezialisiert, ist eines von 17 Unternehmen weltweit, die bereits Versuche am Menschen mit einem Impfstoff gegen Covid-19 begonnen haben. Bei ersten Tests in den USA entwickelten Probanden bereits wirksame Antikörper gegen das Virus. Unklar ist aber noch, ob diese Antikörper tatsächlich vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 schützen. Das soll nun in einer Phase-3-Studie geklärt werden, an der 30.000 Personen teilnehmen sollen.

Im Video: Das passiert in den drei Testphasen einer Corona-Impfstoff-Studie

Bisherige Ergebnisse besser als erwartet

Die bisherigen Ergebnisse fielen laut Sahin besser aus als erwartet, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet. Das sieht auch RTL-Medizinexperte Dr. Specht so: "Besonders positiv sticht hier heraus, das eine besonders starke Immunabwehr gesehen wurde. Und zwar eine stärkere, als die, die normalerweise stattfindet, wenn die Infektion an sich durchgemacht worden ist."

Gesetzt den Fall, dass die Behörden sie genehmigen, rechnet Biontech damit, die Phase-3-Studie Ende Juli zu beginnen voraussichtlich und bis Ende des Jahres abzuschließen. Bei erfolgreichem Studienausgang wolle das Unternehmen dann weltweit bei den Aufsichtsbehörden eine Zulassung des Impfstoffes beantragen. Die Partnerschaft mit Pfizer in den USA und anderen internationalen Unternehmen soll es ermöglichen, schnell eine große Menge an Impfstoffdosen für den globalen Markt herzustellen.

Noch 10 Jahre, bis wir weltweit immun sind

Sahin verpasst zu hohen Erwartungen allerdings einen Dämpfer: Auch wenn mehrere Impfstoffe zur gleichen Zeit zur Verfügung stünden, könne es zehn Jahre dauern, bis eine weltweite Immunität gegen Sars-Cov-2 erreicht ist. "Ich gehe davon aus, dass wir mit diesem Virus erst durch sein werden, wenn mehr als 90 Prozent der Weltbevölkerung durch eine Infektion oder einen Impfstoff immunisiert wurden", sagte Sahin dem "Wall Street Journal".

Im Video: Proband erklärt: Darum spiele ich "Corona-Versuchskaninchen"

Auch das deutsche Unternehmen Curevac testet den Impfstoff bereits an Menschen. Student Sebastian (22) erklärt, warum er an der Studie teilnimmt.