Bildungspaket: Nur jeder Vierte nutzt Bundeszuschüsse für hilfebedürftige Kinder

27. März 2018 - 20:58 Uhr

Zuschüsse für soziale und kulturelle Aktivitäten mäßig gefragt

Wer in Deutschland bereits Sozialhilfe, Wohn- oder Arbeitslosengeld bezieht, kann für jedes seiner Kinder einen Zuschuss von 10 Euro pro Monat beantragen. Kindern und Jugendlichen soll damit die Teilnahme an sozialen und kulturellen Aktivitäten ermöglicht werden. Doch nur ein Viertel der 2,5 Millionen Berechtigten nutzt dieses Angebot. Im Video sehen Sie, dass die Gründe hierfür vielfältig sind.

Kritikerin nennt Leistungen des Bildungspakets "lächerlich gering"

Ob Musikunterricht, Sportverein, Klassenfahrt oder Museumsbesuch - der Bund will mit dem Zuschuss eigentlich Freizeit- und Bildungsangebote unterstützen. Das sogenannte Bildungs- und Teilhabepaket war 2011 unter der damaligen Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) eingeführt worden. Von Januar bis Oktober 2017 hatten monatlich im Schnitt 2,5 Millionen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre Anspruch auf Leistungen. Doch genutzt wurden die Zuschüsse nur von 682.000 Berechtigten. Das geht aus der Antwort des Bundessozialministeriums auf eine Frage der Linken-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor.

Zimmermann nennt insbesondere "bürokratische Hürden" als Grund für die mäßige Nachfrage. Außerdem sei der Zuschuss zu klein. "Die Leistungen zur soziokulturellen Teilhabe sind mit 10 Euro im Monat lächerlich gering", kritisiert Zimmermann. Die Leistungen würden sich nicht an den reellen Kosten von Freizeitaktivitäten orientieren.

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