Schulen und Corona

Bildungsministerin: "Die Ausnahmesituation wird bis weit in das nächste Schuljahr andauern"

Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU). Foto: Oliver Berg
© deutsche presse agentur

30. April 2020 - 11:12 Uhr

Beschränkungen noch lange Zeit

Die Sehnsucht nach "normalem" Unterricht ist groß - bei Schülern, bei Lehrern und auch vielen "Homeschooling"- geplagten Eltern. Doch das wird auf lange Zeit wohl nicht möglich sein, warnt nun Bundesbildungsministerin Anja Karliczek. Sie rechnet bis zum nächsten Schuljahr mit Beschränkungen.

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Normal-Unterricht erst, wenn ein Großteil der Deutschen geimpft ist

"Die Ausnahmesituation wird bis weit in das nächste Schuljahr andauern", sagte die CDU-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Erst wenn große Bevölkerungsgruppen geimpft sind, werden wir zum gewohnten Unterricht zurückkehren", betonte die Ministerin. So lange werde es eine Mischform von Präsenzunterricht und digitalem Unterricht geben.

Um versäumten Stoff nachzuholen, seien "Sommercamps in den Ferien" auf freiwilliger Basis denkbar, sagte Karliczek. Vielleicht ließe sich durch engagierte Bürger auch eine begleitende Unterstützung außerhalb des regulären Unterrichts organisieren - etwa samstags am Vormittag. Die Ministerin zeigte sich offen für eine generelle Anhebung der Abiturnoten, sollten die Prüfungsleistungen wegen der Pandemie sinken.

Wie schnell aus dem ersten Schritt in die Normalität wieder der Rückschritt zum Homeschooling werden kann, zeigt eine Schule in der Nähe von Dormagen. Dort wurde nur wenige Tage nach der Schulöffnung die Schule wieder dicht gemacht - wegen eines Covid-Verdachts.

Schulen sollen unterschiedlich vorgehen können - je nach Gegebenheit vor Ort

Das weitere Vorgehen in den Schulen ist auch ein Thema der Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder. Karliczek äußerte Verständnis für regionale Abweichungen bei der Pandemie-Bekämpfung. "Im Einzelnen müssen die Länder, aber selbst die einzelnen Schulen die Möglichkeit haben, unterschiedlich vorzugehen", sagte sie. Die Gegebenheiten vor Ort wie etwa die unterschiedlich großen Klassenräume an Schulen müssten berücksichtigt werden können.

Der rote Faden sei aber das von den Kultusministern der Länder erarbeitete Konzept. "Jede Schülerin und jeder Schüler soll bis zu dem Beginn der Sommerferien tage- oder wochenweise die Schule besuchen können", heißt es in dem KMK-Papier, über das wir bereits berichtet haben.

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