Bier aus Brot vom Niederrhein

Wie ein Bäcker und ein Brauer gemeinsame Sachen machen

22. April 2021 - 18:35 Uhr

Brötchen, die Kunden tagsüber nicht kaufen, wandern in einer Bio-Bäckerei am Niederrhein nicht etwa in den Müll.

Im Gegenteil: Bäckermeister Andreas Schomaker hat sich für seine Reste etwas überlegt. Mit einem Diplom-Braumeister aus dem Nachbarort hat er ein eigenes Bio-Bier entwickelt – besonderer Bestandteil: Alte Brötchen und so genannte Knäppchen. So nennt man am Niederrhein die Anfang- bzw. Endstücke, die vom Brot übrig bleiben. Getrocknet und dann geschreddert kommt das Altbrot in die kleine Hausbrauerei von Walter Hüsges, der seit über 50 Jahren in der Brau-Branche arbeitet. Die Rede ist von einem biologischen Brauvorgang ohne künstliche Zusätze.

Auch für den Profi etwas Besonderes

Mit Bier aus Brot- und Brötchenresten hat Diplom-Braumeister Walter Hüsges schon Erfahrung. Trotzdem war es gar nicht so einfach, das perfekte Rezept für das regionale Knäppchen-Bier zu finden. "Die Idee ist ja auch eben, dass man Brot nicht weg schmeißen muss, dann macht man eben ein Bier davon. Wir haben am Anfang sehr wenig Hopfen dazu gegeben, um zu sagen: Wir wollen ja das Brot betonen, das hat nicht ganz so funktioniert. Jetzt wissen wir: Wir müssen schon eine bestimmte Menge Hopfen schon nehmen, um auch einen schönen Biercharakter da raus zu bekommen", sagt der 70-Jährige im RTL-WEST-Interview. Das hat offenbar funktioniert – es schmeckt ganz ähnlich wie ein klassisches Pils.

Bislang gibt es das Knäppchen-Bier nur in den sieben Filialen der Bäckerei zu kaufen. Für knapp 2 Euro das Stück.