Bielefeld: Mann (40) brutal zusammengetreten, weil er Fremdem helfen wollte - Polizei sucht Täter

Seine Zivilcourage wurde einem 40-Jährigen aus Bielefeld zum Verhängnis.
© dpa, Friso Gentsch, tba mg kne tba bwe rho

11. Dezember 2017 - 22:11 Uhr

Bielefeld: Täter schlägt Helfer mehrfach brutal ins Gesicht

Er wollte einen Streit schlichten und wurde selbst zum Opfer: Der 40-Jährige ist am Wochenende gegen Mitternacht in einer Bielefelder Straßenbahn unterwegs. Plötzlich wird einer der Fahrgäste aggressiv und schlägt einem Fremden die Brille vom Gesicht. Der Mann will helfen und endet in der Notaufnahme. Jetzt sucht die Polizei nach dem Täter.

Streit in Bielefelder Straßenbahn eskaliert

Der 40-Jährige fordert den aggressiven Fahrgast mehrfach auf, damit aufzuhören, wie die Polizei berichtet. Als er sich schützend vor das Opfer stellen will, kommt es zu einem Gerangel. Der Helfer geht zu Boden und kassiert mehrere Tritte ins Gesicht. Der Unbekannte flüchtet an der nächsten Haltestelle.

Der verletzte Bielefelder schafft es selbst in die Notaufnahme eines nahegelegenen Krankenhauses. Dort stellen die Ärzte einen Jochbeinbruch und Prellungen fest. Bisher verlief die Suche nach dem Täter erfolglos.​

Bielefelder Polizei sucht nach Täter aus Straßenbahn

Bei dem Schläger soll es sich nach Angaben der Polizei um einen circa 178 cm großen, etwa 17 bis 25 Jahre alten Mann arabischen Aussehens mit kurzen, schwarzen Haaren und einem Drei-Tage Bart, handeln. Der Täter hat auf der linken Seite des Halses ein Tattoo, bei dem es sich um arabische Schriftzeichen handeln soll. 

Bekleidet war der Mann mit einem weißen Pullover, einer schwarzen Jeans und weißen Turnschuhen. Seine Begleiterin wurde als 17 bis 18 Jahre alte Frau mit braunen, schulterlangen Haaren beschrieben.

Hinweise nimmt das Kriminalkommissariat 14 unter der 0521/545-0 entgegen. Aber auch jede andere Polizeidienststelle.

Sie zeigten Zivilcourage - und zahlten mit ihrem Leben

Der gewaltsame Tod von Tugce bewegte Millionen.
Der gewaltsame Tod von Tugce bewegte Millionen.

Zivilcourage zeigen und selbst zum Opfer werden: Der Fall erinnert an den von Dominik Brunner. Der Mann stellte sich 2009 an einem Münchner Bahnhof einer Gruppe aggressiver Jugendlicher entgegen. Bei der darauf folgenden Auseinandersetzung wurde er schwer verletzt und starb wenig später im Krankenhaus an einem Herzstillstand.

Bundesweit sorgte auch der Fall Tugce für Aufsehen. Die Studentin aus Offenbach eilte im November 2014 zwei jungen Frauen zu Hilfe, als die vor einem Schnellimbiss von einer Gruppe junger Männer bedrängt wurden. Mit einem von ihnen kam es auf dem Parkplatz zu einem Gerangel. Nach einem Schlag gegen ihren Kopf fiel die 22-Jährige ins Koma. An ihrem 23. Geburtstag wurden die lebenserhaltenden Maschinen abgestellt. Der Täter, Sanel M., wurde inzwischen in seine Heimat Serbien abgeschoben.