Silber in der Verfolgung

Herrmann holt erste WM-Medaille für Deutschland

17. Februar 2020 - 11:04 Uhr

Denise Herrmann lässt deutsche Fans in Antholz jubeln

Endlich ist sie da: Die erste Medaille für das deutsche Biathlon-Team bei der WM in Antholz. Denise Herrmann hat im Verfolgungsrennen über 10 km die Medaillen-Fährte aufgenommen und ist am Ende auf Platz zwei gerannt.

Ihr Plan für die Schlussrunde ging auf

Die Norwegerin Marte Olsbu Roeiseland hatte auf der finalen Runde keine Chance gegen die laufstarke Deutsche. Im Kampf um Silber ließ Herrmann ihre Rivalin ganz abgezockt stehen und wurde auf der Zielgeraden von zahlreichen deutschen Fans dafür gefeiert.

"Ich kenne ja meine Sprintqualitäten nach hinten raus und habe mir die Runde dann zurechtgelegt. Ich hab gesehen, dass es nach ganz vorne auf Gold eng werden würde", erklärte Herrmann nach dem Rennen im ZDF. "Ich hab schon noch viele Körner gehabt und dann hab ich mir überlegt, wo ich angreifen kann." Der Silber-Plan gegen Olsbu Röiseland ging auf.

DSV-Damen mit starker Team-Leistung

Mit drei Schießfehlern hatte Herrmann im Ziel 9,5 Sekunden Rückstand auf die Siegerin Dorothea Wierer aus Italien.

Für die deutschen Damen war es insgesamt ein starker Tag: Vanessa Hinz holte den fünften Platz, Franziska Preuß kam als Siebte ins Ziel und Karolin Horchler lief auf Rang 15.

Skijäger verpassen Podest

Bei den Herren belegte Olympiasieger Arnd Peiffer als bester DSV-Skijäger in der Verfolgung über 12,5 km nach einem Schießfehler den fünften Platz. Gold ging an den fehlerfreien Emilien Jacquelin aus Frankreich. Silber holte der Norweger Johannes Thingnes Bö, der zweimal in die Strafrunde musste und um 0,4 Sekunden geschlagen wurde. Bronze sicherte sich Ex-Doping-Sünder Alexander Loginow aus Russland, der sich am Vortag im Sprint-Wettkampf durchgesetzt hatte.

Legt Herrmann Dienstag nach?

"Es war eine solide Leistung, eine ordentliche Leistung, aber die vorne haben nichts zugelassen," sagte Peiffer im ZDF. 

Philipp Horn musste gleich sechsmal in die Strafrunde und kam auf Platz 18. Auf Rang 28 lief Johannes Kühn (fünf Fehler). Nach sieben Schießfehlern rutschte Ex-Weltmeister Benedikt Doll, der am Samstag im Sprint 14. geworden war, auf Platz 29 im Jagdrennen. 

Für die Männer geht es in der Südtirol-Arena am Mittwoch mit dem 20-km-Einzel weiter. Nach einem Ruhetag am Montag gehen die Wettkämpfe dann mit dem 15-km-Rennen der Frauen am Dienstag weiter. Nach ihrem Silber-Coup in der Verfolgung könnte Denise Herrmann die zweite Medaille für das deutsche Team gewinnen.