Anteilnahme ist riesig

Drama in Kanada: Vater von Biathleten im Eis vermisst

Biathlon Weltcup
© dpa, Darko Bandic, DRB jai

24. Januar 2020 - 18:51 Uhr

Helfer geben Suche nach Claude-Vater nicht auf

Drama in Kanada: Gilles Claude, der Vater der französischen Biathleten Fabien, Emilien und Florent, wird nach einem Schneemobil-Unglück vermisst. Längst wird das Schlimmste vermutet, aber Helfer geben die Suche nicht auf. Und die Anteilnahme in der Biathlon-Szene ist riesig.

Fabien Claude wird trotz Schock-Nachricht Dritter

"Unser Sport besteht aus diesen außergewöhnlichen Männern, für die Familie, Liebe und Freundschaft unerlässlich sind. Ich habe keine Worte, um deine Leistung zu beschreiben", schrieb der fünfmalige Olympiasieger und Biathlon-Superstar Martin Fourcade bei Instagram an seinen Teamkollegen Fabien Claude, der das Unfassbare geschafft hat. Beim Weltcup in Pokljuka in Slowenien fuhr er auf Rang drei, zeigte sein bestes Rennen. Nur Stunden zuvor hatte er vom Drama um seinen 58 Jahre alten Vater erfahren.

Hubschrauber-Absturz bei Suche in Kanada

Rettungskräfte suchten in Kanada mit Drohnen und Tauchern nach den Vermissten. Claude war mit einer Touristengruppe am Dienstag mit ihren Schneemobilen durch die Eisdecke des zugefrorenen Sees Lac Saint-Jean in der Provinz Québec gebrochen. Der 42 Jahre alte kanadische Führer der Gruppe konnte aus dem Wasser gezogen werden, starb aber kurz darauf im Krankenhaus. Zwei Mitglieder der Touristen-Gruppe konnten noch rechtzeitig bremsen und fielen nicht in das eiskalte Wasser, sie konnten auch ein weiteres Mitglied retten. Die übrigen Teilnehmer sind vermisst. Ein Hubschrauber stürzte bei den Sucharbeiten ab, der Pilot wurde verletzt.

Johannes Thingnes Bö: "Bleibt stark!"

"Das war ein harter Tag. Mein Beileid an die Brüder Claude für den Verlust ihres Vaters. Bleibt stark", schrieb der norwegische Olympiasieger Johannes Thingnes Bö, Sieger in Pokljuka und gerade Vater geworden, bei Instagram. Dort schrieb der französische Biathlet Antonin Guigonnat: "Der perfekte Sohn, um eine ganze Familie so stolz wie nie zuvor zu machen."

Claude-Brüder: "Wir lieben dich, Papa!"

Neben Fabien nahm auch dessen drei Jahre älterer und nun für Belgien startender Bruder Florent am Rennen über 20 Kilometer Pokljuka teil, beide schrieben später in den sozialen Netzwerken: "Ein Stern, der uns unser ganzes Leben begleiten wird. Wir lieben dich, Papa." Florent beendete das Rennen auf dem 47. Rang.

Mittlerweile reisten die Brüder aus Poklijuka ab, um bei ihrer Familie zu sein. "Danke für eure lieben Nachrichten. Es ist Zeit, nach Hause zu gehen und bei unserer Familie zu sein", posteten Fabien und Florent in ihren Instagram-Stories.