BGH-Urteil

Mieter können Vermieter zum Renovieren verpflichten

Renovieren ist künftig nicht mehr allein Mieter-Sache.
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08. Juli 2020 - 15:16 Uhr

Schönheitsreparaturen betreffen sowohl Mieter als auch Vermieter

Langjährige Mieter können ihren Vermieter künftig zum Renovieren verpflichten. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe am Mittwoch in zwei Fällen aus Berlin entschieden. Mieter müssen sich allerdings an den Kosten für die Renovierung beteiligen. Voraussetzung für die Regelung ist außerdem, dass sich der Zustand der Wohnung seit dem Einzug deutlich verschlechtert hat. Das Urteil ist auf alle Mieter übertragbar, die ihre Wohnung in unrenoviertem Zustand bezogen haben (Az. VIII ZR 163/18 u.a.).

Kosten müssen von beiden Parteien getragen werden

Diese Mieter dürfen nach einem BGH-Urteil von 2015 nicht auf eigene Kosten zu Schönheitsreparaturen wie Streichen oder Tapezieren verpflichtet werden. Entsprechende Klauseln im Mietvertrag können also ignoriert werden. Bisher war ungeklärt, ob in solchen Fällen der Vermieter einspringen muss. Die Richter entschieden sich nun für eine Kompromisslösung. Die Kosten sollen demnach in der Regel jeweils zur Hälfte von Vermieter und Mieter getragen werden.

Diese Rechte haben Sie als Mieter

Nicht nur die Frage, wer Schönheitsreparaturen oder die Renovierung übernimmt, ist oft Streitthema zwischen Mieter und Vermieter. Wo Sie die richtige Beratung finden, wenn es doch mal zum Konflikt kommt, lesen Sie hier.

Quelle: DPA/RTL.de