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BGH kassiert Kasseler Urteil gegen mutmaßlichen Rentnermörder aus Volkmarsen teilweise

Totgeschlagen und angezündet

BGH kassiert Urteil gegen mutmaßlichen Rentnermörder aus Volkmarsen

Das Haus des erschlagenen Rentners in Volkmarsen-Lütersheim nach dem Brand im November 2018
Archivbild: Tatort Volkmarsen-Lütersheim im November 2018. Die Feuerwehr löscht das Haus des getöteten Rentners.
Mike Heideck, HessenNewsTV

Prozess um Mord und Brandstiftung muss teils neu verhandelt werden

Kassel/Karlsruhe - Wegen eines Rechtsfehlers hat der Bundesgerichtshof das Urteil gegen einen wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilten Mannes aus Fulda aufgehoben. Das Landgericht Kassel habe zwar das Tatgeschehen korrekt festgestellt, seinen Schuldspruch dann aber stellenweise falsch begründet, befanden die obersten Richter in Karlsruhe in ihrem am Montag veröffentlichten Beschluss.

Keine "besonders schwere Brandstiftung"

Der Verurteilte, ein Langzeitarbeitsloser aus Fulda, hatte Revision beantragt. Die Richter in Karlsruhe folgten seinen Argumenten zumindest in Teilen und haben den Fall jetzt an das Landgericht in Kassel zurückverwiesen. Gleichzeitig befanden sie, dass der Mann nicht zusätzlich der "besonders schweren Brandstiftung" sondern nur der "Brandstiftung" schuldig sei. Daher müsse die Gesamtstrafe entsprechend angepasst werden.

In der ersten Instanz hatte das Kasseler Landgericht den damals 40-Jährigen im Mai 2020 zu lebenslanger Haft wegen Mordes und besonders schwerer Brandstiftung verurteilt.

Der Mann soll im November 2018 in Volkmarsen-Lütersheim (Kreis Waldeck-Frankenberg) einen 79 Jahre alten Rentner in dessen Haus erschlagen haben. Anschließend soll der Täter Feuer gelegt haben. Mit den Kreditkarten des Opfer soll der 40-Jährige einen Schaden von rund 3000 Euro angerichtet haben.

Der Angeklagte hatte während des Prozesses geschwiegen. Der Verteidiger des Angeklagten hatte damals wegen „vieler offener Fragen“ Freispruch beantragt.


Quelle: DPA