Nach Drogerie-Pleite

Haftstrafe für Meike und Lars: Kinder von Anton Schlecker müssen ins Gefängnis

6. Mai 2019 - 15:50 Uhr

Entscheidung des Landgerichts bestätigt

Jetzt steht die Entscheidung endgültig fest: Meike und Lars Schlecker, die Kinder des gefallenen Drogerie-Königs Anton Schlecker, müssen ins Gefängnis. Der Bundesgerichtshof bestätigte damit das Urteil des Landgerichts Stuttgart aus dem Jahr 2017. Zuerst hatte die Bild berichtet.

Im Video sehen Sie, was eine der Schlecker-Frauen zu dem Urteil sagt. Ist es eine späte Genugtuung?

Mehrjährige Haftstrafen für Meike und Lars Schlecker

Verurteilt werden beide wegen Untreue in Tateinheit mit vorsätzlichem Bankrott, vorsätzlicher Insolvenzverschleppung und Beihilfe zu zwölf bzw. zwei Bankrottstraftaten ihres Vaters. Das veröffentlichte der Bundesgerichtshof auch in einer Pressemitteilung. Für Meike Schlecker (45) bedeutet das zwei Jahre und acht Monate Haft, für ihren Bruder Lars (47) zwei Jahre und neun Monate.

Über 23.000 "Schlecker-Frauen" plötzlich ohne Job

ARCHIV - Eine  Mitarbeiterin der Drogeriekette Schlecker reißt das Firmenlogo von der Eingangstür einer Filiale in Hannover am 23.03.2012.
Die Schlecker-Insolvenz kostete tausende Mitarbeiterinnen ihren Job.
© dpa, Julian Stratenschulte

Im Januar 2012 meldete die Firma Schlecker Insolvenz an, rund 5.400 Filialen wurden geschlossen. Von der einst größten Drogeriemarktkette Deutschlands ist heute nichts mehr übrig - außer der schlechte Ruf der Gründerfamilie. Mehr als 23.000 Mitarbeiterinnen, die sogenannten "Schlecker-Frauen", verloren ihren Job und mussten sich auf dem Arbeitsmarkt neu zurechtfinden.

Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) bezeichnete die Schlecker-Insolvenz damals als "eine der größten Pleiten in der Geschichte der Republik". Alle Hoffnungen ruhten auf der Hilfe einer Transfergesellschaft.

Darum ist Anton Schleckers Urteil milder ausgefallen

Der ehemalige Drogeriekettenbesitzer Anton Schlecker (M) betritt am 27.11.2017 den Gerichtssaal des Landgerichts in Stuttgart (Baden-Württemberg). Er ist wegen Bankrotts zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden.
Anton Schlecker bei der Urteilsverkündung am Landgericht Stuttgart im November 2017.
© dpa, Sina Schuldt, ssd fdt

Vater Anton Schleckers Haftstrafe von zwei Jahren war vom Landgericht auf Bewährung ausgesetzt worden. Gegen das Urteil erhob er damals keinen Einspruch. Die Schlecker-Kinder hatten nach Überzeugung des Landgerichts Geld aus dem Schlecker-Vermögen beiseite geschafft - nur Tage bevor der Konzern in die Insolvenz ging. So war die von ihnen verursachte Schadensumme letztlich höher als die ihres Vaters. Deshalb fiel das Urteil gegen Anton Schlecker milder aus.