Bezirksgericht in Texas entscheidet: Schwangere hirntote Marlise Muñoz darf sterben

27. Januar 2014 - 8:05 Uhr

Nichts deutete daraufhin, dass sie noch am Leben ist"

Das Schicksal der 33-jährigen Marlise Muñoz bewegt die USA. Die schwangere Frau war am 26. November 2013 kollabiert und später von Ärzten im Krankenhaus für hirntot erklärt worden. Seit über zwei Monaten wurde Muñoz gegen ihren Willen künstlich am Leben gehalten. Der Staat Texas verbietet es Ärzten laut Gesetz, lebenserhaltende Maßnahmen bei Schwangeren abzuschalten. Jetzt die Wende: Muñoz darf am Montag sterben. Das entschied ein texanisches Bezirksgericht.

Marlise Muñoz, Erick Muñoz
Erick Munoz hatte vor Gericht für den Tod seiner Frau gekämpft.
© dpa, Larry W. Smith

Der Fall der schwangeren hirntoten Frau hatte in den USA eine hitzige Debatte über Sterbehilfe und Abtreibung losgetreten. Der zuständige Bezirksrichter entschied nun, dass Muñoz bei ihrer Einlieferung ins John Peter Smith Krankenhaus bereits tot war. Sie weiter am Leben zu erhalten, sei ein Fehler gewesen. Das Krankenhaus argumentierte, das texanische Gesetz umgesetzt zu haben, auch wenn dies gegen den Willen der Familie gewesen sei. Da Muñoz bei ihrer Einlieferung laut Richter Wallace rechtlich gesehen tot war, gelte das Gesetz in diesem Fall nicht.

Die Rechtsanwälte von Marlise Muñoz Ehemann, Erick, konnten zudem nachweisen, dass der Fötus nicht normal entwickelt sei. Das 22 Wochen alte Ungeborene habe einen Wasserkopf und deformierte Extremitäten, wie der 'Fort Worth Star-Telegram' berichtete. Möglicherweise leide er zudem an einem Herzproblem. Das Krankenhaus kündigte nach Informationen der 'New York Times' an, das Urteil zu akzeptieren und nicht in Berufung gehen zu wollen.

Erick Muñoz, der bei dem Prozess nicht selbst gesprochen hatte, schrieb in einer eidesstaatlichen Erklärung: "In die letzten zwei Monate deutete nichts daraufhin, dass meine Frau noch am Leben ist." Am Montag 17 Uhr Ortszeit werden die lebenserhaltenden Maßnahmen für die 33-Jährige eingestellt. Ihr Ehemann nahm den Richterspruch unter Tränen entgegen.