Bewerbung um EM 2024: Zoff zwischen DFB-Boss Reinhard Grindel und Gianni Infantino

© dpa, Andreas Arnold, wst hpl fdt

14. September 2018 - 18:46 Uhr

Lob für Bewerber Türkei schmeckt nicht jedem

Im Zuge der deutschen Bewerbung um die Fußball-EM 2024 hat es offenbar Zoff zwischen DFB-Präsident Reinhard Grindel und FIFA-Boss Gianni Infantino gegeben.

Der Ton macht die Musik

Einem Bericht des "Spiegel" zufolge habe Grindel Infantino nach dessen positiven Aussagen über die türkische Bewerbung schriftlich um Neutralität gebeten - und das möglicherweise nicht sehr nett. Laut "Spiegel" war Infantino "überrascht und enttäuscht" über den Ton und den Inhalt".

Infantino: Direkter Kontakt wäre angemessener

FIFA-Präsident Infantino hatte sich im vergangenen Jahr mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan getroffen. "Bevor man solch einen Brief schickt, würde ich es persönlich für angemessener halten, in eine direkte Diskussion einzusteigen, um zu erfahren, was wirklich passiert ist und um zu vermeiden, sich allein auf Vorwürfe in den Medien zu stützen", so die Botschaft des Schweizers in Richtung Grindel. 

DFB: Alles sachlich

Der DFB erklärte, Grindel habe im November 2017 "lediglich in sehr sachlicher Form um Fairness und Neutralität im Bewerbungsverfahren um die EM 2024 gebeten". Der DFB-Präsident und Infantino hätten sich zudem "nach dem Schriftverkehr bereits persönlich über diesen Sachverhalt ausgetauscht und die Angelegenheit geklärt".

Infantino hatte sich in der Vergangenheit übrigens auch positiv über die deutsche Bewerbung geäußert. "Die Stadien sind fantastisch, das Land ist groß, man hat alles, was man braucht. Es ist ein Fußballland", hatte er Ende 2016 beim DFB-Bundestag in Erfurt erklärt.

Die EM-Endrunde wird am 27. September in Nyon (SUI) durch das Exekutivkomitee der UEFA vergeben.