'Bettelmafia': Wer zu wenig erbettelt, bekommt Schläge

01. Oktober 2014 - 19:26 Uhr

Organisierte Kriminalität – Polizei ist machtlos

Kurz vor Weihnachten fallen sie wieder vermehrt in deutschen Innenstädten auf: Bettler, die an das gute Herz im Menschen appellieren. Oft bitten Mütter mit kleinen Kindern oder Menschen mit scheinbarer Behinderung um Geld. Viele stammen aus Rumänien oder anderen südosteuropäischen Ländern und werden von der sogenannten 'Bettelmafia' kontrolliert und abkassiert.

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Osteuropäer werden gezwungen, stundenlang in den Innenstädten um Geld zu betteln.
© dpa, A3602 Frank Rumpenhorst

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und vorweihnachtlicher Einkaufslaune geben Passanten schnell ein paar Münzen mehr. So kommen für einen Bettler pro Tag bis zu hundert Euro zusammen. Aber von dem Geld bleibt ihnen oft nicht viel: Osteuropäische Banden bringen ihre Landsleute mit deformierten Gliedmaßen nach Deutschland, organisieren und bewachen die Bettelei und nehmen ihnen den Großteil der Tageseinnahmen ab. Jeder muss einen bestimmten Betrag pro Tag erbetteln, ansonsten bekommt er Schläge. Weil das Betteln selbst kein Straftatbestand ist, sind den Ermittlern die Hände gebunden.