Betrunkener Häftling liefert sich Verfolgungsjagd mit Polizei - und verspielt offenen Vollzug

In einer Polizeikontrolle gab der Mann Gas und flüchtete
Bald wieder Hinter Schloss und Riegel: Ein Berliner Häftling verspielte seinen offenen Vollzug, indem er sich betrunken eine Verfolgungsjagd mit der Polizei lieferte
jbu pzi, dpa, Jens Büttner

Berlin: Betrunkener Häftling auf Abwegen

Das ist bitter! Eigentlich befand sich dieser 28-jährige Berliner Häftling wegen guter Führung im offenen Vollzug und konnte 10 komplette Tage mit seiner Familie verbringen. Doch jetzt sind alle seine Vorzüge futsch. Denn der Mann lieferte sich eine filmreife Verfolgungsjagd mit der Polizei. Was noch dazu kommt: Der Mann hatte Drogen und Alkohol konsumiert.

Betrunkener Fahrer brettert durch Polizeikontrolle

Als der Wagen des Flüchtigen gegen einen Abfallbehälter kracht und liegen bleibt, steigen er und sein 19-jähriger Beifahrer aus und setzen ihre Fluch kurzerhand zu Fuß fort. Doch weit kommen sie nicht. Als sie sich hinter einem geparkten Lastwagen verstecken, werden sie von einem Beamten gefunden und anschließend in Gewahrsam genommen. So endet die kleine Eskapade des Häftlings. Was war geschehen?

Nach bisherigen Erkenntnissen geriet der Mann am frühen Samstagmorgen mit seinem VW Polo in eine Polizeikontrolle – und drückte einfach ordentlich aufs Gaspedal. Das berichtete Sebastian Brux, Sprecher der Senatsverwaltung für Justiz der Deutschen Presse-Agentur. Die Polizei nahm sofort die Verfolgung auf und klebte sich an den Flüchtigen. Dieser fuhr sogar zwischen zwei Steinpollern hindurch über eine Treppe in einen Park, bis der Fluchtwagen am Abfalleiner nicht mehr weiter kam.

Häftling verspielt offenen Vollzug

Erst nach Aufnahme der Personalien wird klar: Der Mann ist Polizei und Justiz bereits bekannt, denn er verbüßt zurzeit eine Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten, nachdem er sich 2016 selbst wegen schweren Raubes gestellt hatte. Wegen guter Führung war ihm zuletzt offener Vollzug gewährt worden: Tagsüber arbeitete er außerhalb des Gefängnisses und kehrte abends in den Knast zurück. Vom 19. bis 29. Januar durfte er sogar komplett bei seiner Familie leben.

Nach Festnahme des Flüchtigen ergab ein Alkoholtest einen Wert von 0,5 Promille. Außerdem gab der 28-Jährige auch Drogenkonsum zu. Auch wenn bei der spektakulären Flucht niemand verletzt wurde und der Häftling vor seiner Chaos-Fahrt auch keine anderen Straftaten beging, kommt ihn seine Aktion teuer zu stehen: Auf seine Sondervorzüge muss er vorerst verzichten und bis zur nächsten Prüfung im geschlossenen Vollzug im Gefängnis bleiben. Damit fällt auch seine Arbeit flach.