12. Juni 2019 - 17:53 Uhr

Wegen elffachen Betrugs muss sich seit Mittwoch ein 27 Jahre alter Mann vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft hatte er als mutmaßliches Mitglied einer von der Türkei aus operierenden Betrügerbande Senioren um Geld und Wertsachen im Gesamtwert von fast 400.000 Euro geprellt. Die Bande operierte größtenteils im Raum Nürnberg. Zwei Mal suchten sie sich Opfer in Erlangen, einmal in München aus. Die Betrügereien waren im September 2018 aufgeflogen.

Am härtesten traf es nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft eine 90-Jährige: Die Rentnerin wurde um Geld und Goldbarren im Wert von 140.000 Euro gebracht. Zum Prozessauftakt bemühten sich Verteidigung und Staatsanwalt um eine Vereinbarung. Diese soll dem Angeklagten bei einem Geständnis eine mildere Strafe in Aussicht stellen. Über den Ausgang des sogenannten Rechtsgesprächs lagen am Ende des ersten Prozesstages keine Informationen vor.

Der Angeklagte soll sich der Staatsanwaltschaft zufolge als Polizist ausgegeben und so ältere Menschen dazu bewegt haben, ihm Geld und Wertsachen anzuvertrauen. Stets gaukelte die Betrügerbande den Senioren vor, in der Nähe ihrer Wohnung sei eine Einbrecherbande festgenommen worden. Auf einem bei den Ermittlungen entdeckten Zettel sei auch die Adresse der Senioren gefunden worden. Und da ein Teil der Bande noch frei sei, bestehe die Gefahr, dass sie demnächst Opfer der Einbrecher würden. Zur Sicherheit sollten sie deshalb Geld und Vermögen den falschen Polizisten aushändigen.

Quelle: DPA