NRW-Minister Wüst zu A3-Unfall

Unternehmen hat beim Betonwand-Bau "improvisiert"

Die Betonplatte hatte sich am Freitag gelöst und war auf das Auto einer 66-jährigen Kölnerin gestürzt, die noch am Unfallort starb.
Die Betonplatte hatte sich am Freitag gelöst und war auf das Auto einer 66-jährigen Kölnerin gestürzt, die noch am Unfallort starb.
© dpa, Daniel Evers, gfh

18. November 2020 - 17:44 Uhr

Hendrik Wüst: Baumangel bei Betonplatte bewusst herbeigeführt

Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) führt den tödlichen Unfall auf der A3 bei Köln auf einen Baumangel zurück. Man gehe davon aus, dass dieser bewusst herbeigeführt worden ist, "um zu improvisieren und Höhenunterschiede zu überbrücken".

Bauwerk bekam 2013 die Note 1,0

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst
Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Hendrik Wüst führt den tödlichen Unfall auf der A3 bei Köln auf einen Baumangel zurück.
© RTL

Es handele sich um einen verdeckten Mangel. Die unsachgemäße Schweißung sei erst jetzt zu sehen, wo eine Platte raus ist. Deshalb sei die falsch angebrachte Betonplatte bei Überprüfungen nicht entdeckt worden und wäre wohl auch in Zukunft nicht aufgefallen. Nach der Prüfung im Jahr 2013 habe das Bauwerk die Note 1,0 bekommen.

Das Land will nun an den Autobahnen alle baugleichen Wände untersuchen.

Was nicht passte, wurde passend gemacht

Zuvor hatte schon Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen mitgeteilt, man gehe von einem "mit Absicht herbeigeführten Mangel" aus. Bei der Montage 2007 sei die Platte aus Platzgründen nicht fachgerecht angebracht worden, teilte die Straßenbaubehörde nach ersten Untersuchungen am Dienstag mit. Da beim Einbau offenbar etwas nicht passte, sei es nach ersten Erkenntnissen mit Absicht und ohne Rücksicht auf bauliche Vorgaben passend gemacht worden.

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Frau (66) starb bei Betonplatten-Unfall auf A3 bei Köln

Die Betonplatte hatte sich am Freitag gelöst und war auf das Auto einer 66-jährigen Kölnerin gestürzt, die noch am Unfallort starb. Den Angaben des Landesbetriebs zufolge war die Platte bereits bei der Montage im Jahr 2007 nicht richtig verankert worden. Demnach war eine angeschweißte Schraube nicht geeignet, die Zugkräfte des vier bis fünf Tonnen schweren Teils aus Stahlbeton aufzufangen.

Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet – zunächst gegen unbekannt.