Sechs weitere Lärmschutzplatten betroffen

Betonplatten-Unfall auf A3: Fehlkonstruktion laut Behörde "mit Absicht"

Betonteil stürzt auf Autobahn auf Wagen - Fahrerin tot
Betonteil stürzt auf Autobahn auf Wagen - Fahrerin tot
© dpa, WupperVideo, gfh

18. November 2020 - 10:52 Uhr

Lärmschutzplatte "aus Platzgründen nicht fachgerecht angebracht"

Nach dem tödlichen Unfall mit einer Betonplatte aus einer Lärmschutzwand auf der A3 bei Köln geht Straßen.NRW von einem "mit Absicht herbeigeführten Mangel" aus. Bei der Montage 2007 sei die Platte aus Platzgründen nicht fachgerecht angebracht worden, teilte der Landesbetrieb nach ersten Untersuchungen am Dienstag mit.

Lärmschutzplatte auf A3 bei Köln anders befestigt als geplant

Laut einer Pressemitteilung von Straßen.NRW wurde die Platte bereits bei der Montage im Jahr 2007 nicht richtig im Beton verankert. "Die vorgefundene Konstruktion entspricht nicht der Ausführungsplanung", heißt es. Der Schwachpunkt liege an der Verankerung an der Oberseite der Lärmschutzplatte. Die Konstruktion sei nicht geeignet, die Zugkräfte der Platte aufzufangen.

Sechs weitere Lärmschutzplatten ebenfalls betroffen

Die fehlerhafte Konstruktion sei noch an sechs weiteren Lärmschutzplatten verbaut worden. "Die Situation vor Ort legt nahe, dass die geschweißte, fehlerhafte Konstruktion gewählt wurde, weil die regelkonforme Konstruktion aus Platzgründen nicht montiert werden konnte." Darum gehe man davon aus, dass der Mangel mit Absicht herbeigeführt wurde.

Die sechs fehlerhaft montierten Lärmschutzplatten sollen jetzt schnellstmöglich ausgebaut werden, um eine etwaige Gefährdung auszuschließen. So lange muss der Verkehr auf den beiden äußeren Fahrspuren im Bereich der Unfallstelle gesperrt bleiben. Bei ähnlichen Bauwerken in ganz Deutschland besteht demnach aber keine Gefahr.

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Straßen.NRW: Fehlerhafte Konstruktion war bei Prüfungen nicht einsehbar

Bei verschiedenen Kontrollen habe der Mangel nicht auffallen können, weil die Konstruktion verdeckt lag. "Deshalb ist davon auszugehen, dass auch bei zukünftigen Prüfung die fehlerhafte Konstruktion nicht aufgefallen wäre", so Straßen.NRW. 

Verfahren wegen fahrlässiger Tötung läuft

Die Betonplatte war am Freitag auf das Auto einer 66-jährigen Kölnerin gestürzt, die noch am Unfallort starb. Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt eingeleitet.