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Betonplatte erschlägt Autofahrerin (66) auf A3 bei Köln: Ähnliche Wände in ganz Deutschland

Betonplatte erschlägt Autofahrerin (66) auf A3

Ermittlungen wegen "fahrlässiger Tötung" - Bundesweit ähnliche Lärmschutzwände verbaut

13.11.2020, Nordrhein-Westfalen, Köln: Ein Betonteil einer Lärmschutzwand liegt auf der Autobahn 3 (A3) auf einem Pkw. Eine große Betonplatte einer Lärmschutzwand ist auf der Autobahn 3 bei Köln auf einen Wagen gestürzt und hat eine Autofahrerin getö
Betonteil stürzt auf Autobahn auf Wagen - Fahrerin tot
gfh, dpa, Daniel Evers

Nach Betonplatten-Unfall in Köln: Verfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet

Eine fünf Tonnen schwere Betonplatte löst sich plötzlich von einer Lärmschutzwand auf der A3 und erschlägt eine 66-jährige Frau in ihrem Auto. Es ist der blanke Horror, was am Freitag in Köln passiert ist. Noch immer ist unklar, wie es zu diesem Unglück kommen konnte. Seit Montag ermittelt nun auch die Staatsanwaltschaft in dem Fall. Ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung sei eingeleitet worden, heißt es.

Beton-Unfall auf A3: Keine weiteren Betonplatten lose

HANDOUT - 13.11.2020, Nordrhein-Westfalen, Köln: Ein Betonteil einer Lärmschutzwand liegt auf der Autobahn 3 (A3) auf einem Pkw. Eine große Betonplatte einer Lärmschutzwand ist auf der Autobahn 3 bei Köln auf einen Wagen gestürzt und hat eine Autofah
Ein Sachverständiger solle herauszufinden, wie sich die Platte habe lösen können.
gfh, dpa, Feuerwehr Köln

Die Staatsanwaltschaft Köln will klären, ob der Tod der Fahrerin auf „strafrechtlich vorwerfbares Verhalten einer oder mehrerer Personen zurückzuführen ist“, teilte ein Sprecher am Montag mit. Ein Sachverständiger solle herauszufinden, wie sich die Platte habe lösen können.

Bei den anderen Platten gebe es aber keine weiteren Anzeichen darauf, dass sie lose seien, teilte ein Sprecher von Straßen.NRW mit. Ein Ingenieur hatte die Unglücksstelle am Samstag untersucht. Wann die rechten Fahrstreifen im Abschnitt entlang der Lärmschutzwand wieder freigegeben würden, sei aber noch nicht klar.

Ähnliche Betonplatten stehen in ganz Deutschland

Wie der WDR berichtet, stehen in ganz Deutschland solche ähnlichen Wände an Autobahnabschnitten. Diese zu überprüfen sei enorm aufwändig, sagt Heinrich Bökamp, Präsident der Ingenieurkammer Bau NRW dem Sender. Der Grund: Jedes etwa zwei bis vier Meter breite Schallschutzelement sei mit mindestens zwei Metallbügeln befestigt. Viele Tausende Metallbügel und Schrauben müssten demnach untersucht werden.

„Einen solchen Fall haben wir in der Vergangenheit so noch nicht gehabt“, so Bökamp. Lärmschutzwände seien gering beansprucht und trügen nur ihr Eigengewicht. Durch vorbeifahrende Lastwagen gebe es immer eine leichte Sogwirkung, räumt der Experte ein, für die Wände sei diese aber kein Risiko. Die Verkleidung von Lärmschutzwänden sei normalerweise fest verankert, erklärt er weiter. Ein Montagefehler könne wohl nicht ausgeschlossen werden, berichtet der WDR weiter.

Betonwand erschlägt Autofahrerin Horror-Unfall auf der Autobahn 3

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Herabstürzende Betonplatte tötet Autofahrerin (66)

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Betonteil stürzt auf Autobahn auf Wagen - Fahrerin stirbt.
gfh, dpa, Feuerwehr Köln

Eine tonnenschwere Betonplatte hatte sich am Freitagvormittag auf der Autobahn 3 zwischen dem Kreuz Köln-Ost und der Anschlussstelle Köln-Dellbrück aus einer Lärmschutzwand gelöst und war auf den vorbeifahrenden Wagen einer 66 Jahre alten Kölnerin gestürzt. Das Auto wurde zerquetscht, die Frau starb darin.

Beton-Unfall auch Thema im NRW-Landtag

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„Der tragische Tod der Autofahrerin macht uns alle fassungslos“, sagte Carsten Löcker (SPD).
gfh, dpa, Feuerwehr Köln

Mit dem Vorfall soll sich am Mittwoch auch der Verkehrsausschuss des Landtags beschäftigen. Die SPD-Fraktion hat eine Aktuelle Viertelstunde beantragt, in der die Landesregierung über das Unglück selbst und den Zustand der Lärmschutzwände vor Ort und in ganz NRW berichten soll.

„Der tragische Tod der Autofahrerin macht uns alle fassungslos“, sagte Carsten Löcker, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Das Unglück müsse aufgeklärt werden. „Gleichzeitig müssen wir ausschließen, dass weitere Gefahr von den Lärmschutzwänden ausgeht.“