Tagesausflug in die weiße Pracht

Besucheransturm auf deutsche Schneegebiete: Viele Wintertouristen, Staus und Unfälle

Schnee-Wahnsinn in den Bergen Trotz Lockdown!
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Trotz Lockdown!
Schnee-Wahnsinn in den Bergen

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Wintereinbruch lockt Ausflügler

Trotz geschlossener Gastronomie und Skilifte hat es am Wochenende Tausende Tagestouristen in deutsche Schneegebiete gezogen. Die Folge: Verkehrschaos und fehlender Abstand. So erlebte Winterberg nach Polizeiangaben am Sonntag einen Besucheransturm mit Staus und einer Reihe von Unfällen. Doch auch anderswo drängten sich die Schneebegeisterten. Im Video zeigen wir, wie schlimm wie die Situation vor Ort wirklich war.

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Stadt Winterberg fordert Leute auf, zu Hause zu bleiben

Minus 3 Grad und Puderzuckerschnee hatten viele Wintertouristen auf den 842 Meter hohen Kahlen Asten im Rothaargebirge bei Winterberg gelockt. Doch bei vereisten Wegen geriet der Spaziergang schnell zur Schlitterpartie. Ein Polizeisprecher des Hochsauerlandkreises berichtete von extrem vielen Besuchern und Verkehrsbehinderungen rund um die Kleinstadt im Sauerland. „Viele Leute und wenig Erfahrung im Umgang mit der weißen Pracht auf der Fahrbahn“, sagte er. Es gebe immer noch Autofahrer, die bei Schneefall und überfrierender Nässe nicht unbedingt mit der richtigen Bereifung unterwegs seien. Es habe eine Reihe von Verkehrsunfällen eher kleinerer Art und auch Leichtverletzte gegeben.

Am Montag warnte die Stadt auf Facebook davor, einen Ausflug ins Schneeparadies zu unternehmen. „Liebe Gäste, die Verkehrssituation spitzt sich derzeit bereits wieder extrem zu. Auch heute bleibt uns nur die Bitte an alle, die sich gerade auf den Weg machen oder schon auf dem Weg zu uns sind, von der Anreise abzusehen. Alle Parkkapazitäten sind erschöpft, die Straßen sind verstopft!“ heißt es in dem Post. Das Rodeln sei nicht erlaubt, auch wenn es viele trotzdem täten. „Tu dir den Stress nicht an!“ appelliert die Stadt.

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Stadt Winterberg will den Ansturm aufarbeiten

Ähnliche Szenen hatten sich auch in anderen Schneespots in Deutschland abgespielt, etwa im Hunsrück (Rheinland-Pfalz) und im Fichtelgebirge (Bayern). Vera Höfner, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Thalfang, hat einen Besucheransturm auf die Hänge des Erbeskopf (höchster Berg im Hunsrück) erlebt, wo der Wintereinbruch zu einem Verkehrschaos mit verstopften Straßen und Blechschäden geführt hatte. „Wir stehen seit gestern Morgen kontinuierlich mit der Polizei und den Rettungskräften in Verbindung, um die Lage hier am Erbeskopf einigermaßen regeln zu können.“ Der große Besucheransturm hatte Höfner selbst überrascht. „Wir hätten schon gedacht, dass die Bürger ein bisschen mehr eigenverantwortlich handeln und nicht so viele Leute herkommen. Wir haben ja auch eine Pandemie, das muss man auch bedenken und da sollten Menschenansammlungen vermieden werden.“

Die Stadt Winterberg hatte am Sonntagnachmittag auf ihrer Facebook-Seite alle Schneefreunde gebeten, nicht mehr in das Gebiet zu reisen. Es bildeten sich lange Staus und die Parkplätze seien voll. Die Stadt wolle heute mit Polizei und Straßenbehörden über weitere Maßnahmen beraten, um solche Szenarien in Zukunft zu verhindern. Schon an den vergangenen Wochenenden seien viele Menschen für einen Tagesausflug nach Winterberg gefahren.

Lifte außer Betrieb, Gastronomie geschlossen

Der Besucherandrang hatte über die Weihnachtsfeiertage auch in den hessischen Mittelgebirgen zugenommen. Im Bezug auf die Corona-Beschränkungen sei aber alles im Rahmen geblieben, sagte ein Sprecher des Wintersportorts Willingen im Kreis Waldeck-Frankenberg. „Die Besucher sind zu zweit, maximal zu viert gekommen.“ Wegen der Schließung der Beherbergungsbetriebe habe es sich nur um Tagesgäste gehandelt. Die Lifte sind in Hessen wegen des Lockdowns ebenfalls außer Betrieb, die Gastronomie geschlossen. Probleme durch die Zahl der Besucher sieht Willingen bisher nicht. Das Umland des Wintersportortes sei sehr weitläufig.

„Bisher lief alles ruhig, die Leute sind überwiegend zuhause geblieben“, sagte ein Sprecher der Stadt Gersfeld im Biosphärenreservat Rhön. Dort ist die Wasserkuppe normalerweise Magnet für Wintersportler. Bei den Besuchern handele es sich in erster Linie um Familien mit Kindern. Allerdings sei der Schnee erst am Sonntag gefallen, entsprechend könne man die weitere Entwicklung schwer abschätzen.

Weniger entspannt war dagegen die Situation auf den Skipisten in Österreich. Dort hatten sich am Wochenende Menschen vor den Skiliften gedrängt, von Coronaregeln war nur wenig zu sehen , wie Twittervideos zeigen. Einige Regionen reagierten bereits mit Schließungen und verschärften Maßnahmen zur Einhaltung der Corona-Schutzverordnung.