2018 M12 14 - 13:19 Uhr

"Fans wollen wir, Bestien nicht"

Die verabscheuungswürden Fan-Ausschreitungen einiger Anhänger von Eintracht Frankfurt rund um den historischen Europa-League-Triumph bei Lazio Rom hat Roms Bürgermeisterin auf den Plan gerufen. Sie verurteilte die Chaoten als Horde von "Bestien", die man in der Stadt nicht dulde.

Schneise der Verwüstung

"Hooligans aus Deutschland haben im Grunde Teile unserer Stadt geplündert und verwüstet", klagte Virginia Raggi in einer italienischen Talkshow. "Fans wollen wir, Bestien nicht", so die Politikerin der politischen Protestbewegung "5 Sterne".

Vor dem Spiel gegen Lazio Rom war es unter anderem zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Sechs Eintracht-Fans wurden festgenommen, einer davon, weil er die Barrikaden zum Spielfeld durchbrechen wollte, teilte die Polizei mit. Acht weitere Deutsche und ein Italiener seien vorübergehend festgesetzt worden, weil sie Brandkörper oder Drogen ins Stadion schmuggeln wollten.

Hässliche Gewalt-Spirale

Mehrere Fans waren nach Angaben der Polizei in einen Supermarkt gerannt und klauten dort Alkohol und Lebensmittel. Bilder zeigten zudem eine vollkommen vermüllte Piazza del Popolo, die immer wieder für die unschönen Nebenerscheinungen von Fußballspielen herhalten muss: 2015 verwüsteten Hooligans von Feyenorrd Rotterdam den historischen Platz vor der Spanischen Treppe im Zentrum der Stadt.

Doch nicht nur die Eintracht-Fans, auch die für ihren Hang zur Eskalation berühmt-berüchtigten Lazio-Anhänger nutzten die "Gunst der Stunde" für ihr Unwesen: Die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, dass zwei deutsche Fans nach dem Spiel von Lazio-Anhängern verprügelt worden seien und im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Rund 10.000 Eintracht-Fans waren zu dem Spiel nach Rom gereist. Im Vorfeld hatte es Warnungen vor Ausschreitungen gegeben, die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz.