Bestattungstrends: Der Weg ins Jenseits wird bunter

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23. Februar 2016 - 15:42 Uhr

Als Diamant, Vinylplatte oder gefriergetrocknet ins Jenseits

Alles verändert sich, da macht auch die Bestattung keine Ausnahme. Die Feuerbestattung ist 2010 in Deutschland zur beliebtesten Bestattungsform geworden. Zu dem Ergebnis kommt eine von Emnid durchgeführte Umfrage. Das klassische Erdgrab folgt auf Platz zwei. Aber dann folgt schon eine Vielzahl von interessanten bis skurrilen, manchmal auch sehr trendigen Arten, sich vom Erdendasein zu verabschieden. Eines bleibt allerdings gleich: Billiger wird der Abschied von den Lebenden kaum.

Die Amerikaner, zu Lebzeiten eher ohne ausgesprochenes Öko-Bewusstsein, peilen neuerdings für ihr Ableben eine Richtungsänderung an. Beinahe jeder zweite US-Bürger über 50 denkt über eine "grüne Beerdigung" nach. Die Zahl der Friedhöfe und Beerdigungsinstitute mit diesem speziellen Angebot steigt wöchentlich.

'The Neptun Society' beispielsweise hat eigens hierzu das 'Memorial Reef' geschaffen. Das künstliche Riff wird durch Unterwasserbeisetzungen aus einem kleinen Anteil Beton und der Asche von Verstorbenen geschaffen und bietet vielen Pflanzen und Tieren einen neuen Lebensraum. Aber auch das Kostenargument soll überzeugen: Die Preise für Ökobestattungen sind in den USA fast um die Hälfte günstiger als hierzulande, Feuerbestattungen sind sogar mit nur 500 bis 1.200 Dollar inklusive Urne aus Ton ein Schnäppchen.

'Klingendes Bestattungsangebot'

Aus Schweden kommt eine Entwicklung, bei der man sich fragen muss: ist das nur ungewöhnlich oder bereits überdreht? Es handelt sich um die sogenannte Promession, bei der die Körper der Toten zuerst tiefgefroren und dann durch Erschütterung pulverisiert werden. Nach der Abtrennung von Schadstoffen wird das Pulver in einem biologisch abbaubaren Behälter beigesetzt und soll zu Humus verrotten.

Skurril, wie es nur die Briten können, gibt es von der Insel ein klingendes Bestattungsangebot: Sterbliche Überreste in Vinyl gepresst. Das gibt's doch gar nicht, meinen Sie? Doch! Ein Teil der Asche kann sogar mit Farben vermischt werden, mit denen dann beispielsweise ein Portrait des Verstorbenen auf das Cover gemalt wird. Die Inhalte auf der Langspielplatte drehen sich natürlich auch rund um die Vorlieben der verstorbenen Person – bis zu 24 Minuten pro Platte. Das Basispaket ist für 3.000 Pfund zu haben.

Noch teurer wird es, wenn wir den Nachkommen als Schmuckstück in Erinnerung bleiben wollen: Ab 4.000 Euro bietet eine Firma an, unsere Asche in einen Diamanten zu verwandeln. Sehr schön, aber auch sehr teuer, denn die normalen Bestattungskosten kommen natürlich obendrauf. Wohl dem, der dann eine vernünftige Trauerfall-Vorsorge hat!

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