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Beruf: Kämpferin - So tickt die kommende SPD-Chefin Andrea Nahles

Portrait Andrea Nahles
Portrait Andrea Nahles Wer ist eigentlich die baldige Chefin der SPD? 02:49

Schafft Andrea Nahles mit der SPD die Wende?

Die SPD zwischen GroKo-Depression und Umfrage-Tief. Und eine Frau, die in der Zukunft für die Sozialdemokraten alles besser machen soll: Andrea Nahles. Doch kann sie den Erwartungen gerecht werden und sich auch gegen die aufkeimenden Widerstände gegen ihre Person in der Partei durchsetzen? Zuzutrauen wäre es ihr, denn Nahles - so zeigt es schon ihre Biographie - ist vor allem eins: eine Kämpferin, die in ihrem Leben selten den einfachen Weg gewählt hat.

Ehrgeizig und heimatverbunden – das ist Andrea Nahles

Schon in ihrer Jugend meinte es das Schicksal nicht gut mit der heute 47-Jährigen. Mit 16 tritt sie in der Schule im Weitsprung an, reißt sich dabei eine Sehne in der Hüfte. Die Verletzung heilt nie richtig aus. Es folgen Hüft-OPs und monatelange Krankenhausaufenthalte. Heute ist sie zu 50 Prozent schwerbehindert. Doch damit nicht genug: Als 18-Jährige hat sie als Fahranfängerin einen Unfall, wird schwer verletzt. Eine Narbe auf der Stirn wird sie für immer an diesen Tag erinnern. Doch davon lässt sich Andrea Nahles nicht unterkriegen. Schon früh hat sie Interesse an Politik: Weil es in ihrem Heimatdorf Weiler in der Eifel keinen SPD-Ortsverein gab, gründet sie selbst einen. "Bundeskanzlerin oder Hausfrau" ist ihr Berufswunsch. Hausfrau wird sie nicht, macht lieber über den zweiten Bildungsweg das Abitur, um ganz oben mitzuspielen. In Berlin. Trotz des beruflichen Ehrgeizes in der Fremde bleibt sie heimatverbunden.

Nahles ist unbequem und karriereorientiert

Andrea Nahles studiert Germanistik, macht Karriere im SPD-Nachwuchs. Als Juso-Chefin macht sie Front gegen die "Großen" an der Parteispitze: Rudolf Scharping und Oskar Lafontaine. Schon bald wird klar: mit der Pferdenärrin aus der Eifel legt man sich besser nicht so schnell an. Weil Nahles auf eine Kampfabstimmung 2005 um den Posten des SPD-Generalsekretärs nicht verzichten will, stürzt am Ende sogar Partei-Chef Franz Müntefering. Die Partei verzeiht ihr das lange nicht, kommt aber an der tiefgläubigen Katholikin nicht vorbei, wenn es um die Besetzung von Spitzenjobs geht. Bundeskanzlerin wird sie zwar nicht, aber kommt als Ministerin immerhin ins Kabinett. Kein einfacher Job nach der Trennung von Ehemann Marcus und als alleinerziehende Mutter von Tochter Ella Maria. Die 7-Jährige wächst weitgehend auf dem Familien-Bauernhof auf, betreut von der Oma.

Kann Nahles Partei-Chefin?

Eigentlich wollte Andrea Nahles eine starke Oppositionsführerin sein, die es der Union nach der Bundestagswahl ordentlich "in die Fresse" geben wollte. Ein Satz, der ihr jetzt natürlich um die Ohren fliegt. Denn als designierte Partei-Vorsitzende im Rahmen der GroKo-Neuauflage wird sie anders sprechen und anders handeln müssen. Am Dienstagabend wurde Andrea Nahles vom SPD-Präsidium offiziell nominiert. Einstimmig. Am 22. April soll dann die "Krönung" auf dem Parteitag folgen.

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