Bertelsmann-Studie zeigt: Armut zerstört Kindern die Zukunft

30. Juli 2019 - 11:26 Uhr

Experten ziehen erschreckendes Fazit zur Kinderarmut

Immer mehr Kinder leben dauerhaft unter der Armutsgrenze. Das zeigt eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung. Das erschreckende Fazit der Experten: Kinderarmut hat dramatische Folgen für das gesamte Leben der Kinder.

Familienarmut ist auch immer Kinderarmut. In Deutschland sind besonders Alleinerziehende und Familien mit drei oder mehr Kindern davon betroffen. Und das hat für die Kleinen Folgen fürs ganze Leben, hat die  Bertelsmann-Stiftung jetzt mit einer Studie herausgefunden. "Je länger Kinder in Armut aufwachsen desto gravierender sind die Folgen für ihre gesamte Entwicklung und für ihre Bildungschancen", sagt Anette Stein von der Bertelsmann-Stiftung. Das bedeutet: arme Kinder sind häufiger sozial isoliert, sie sind gesundheitlich beeinträchtigt und die gesamte Bildungsbiographie ist problematischer als bei Kindern aus gesicherten Einkommensverhältnissen.

Fast zwei Millionen Kinder leben bei uns in Armut - ihre Familien sind auf Hartz 4 angewiesen. Das waren im Jahr 2015 knapp 14,7 Prozent der unter 18-Jährigen. Im Jahr 2011 waren es noch 14,3 Prozent.

In 14 RTL Kinderhäusern wird ihnen geholfen. Prominente Paten wie die Moderatorinnen Annett Möller und Birgit Schrowange oder TV-Anwalt Christopher Posch engagieren sich dort. Die Kinder erhalten neben einer ausgewogenen Mahlzeit auch Schulungen zum Thema gesunde Ernährung, Hausaufgabenhilfe, liebevolle Betreuung und werden durch kreative Spiel- und Bildungsangebote gefördert.

"Insbesondere in Städten ist die Betroffenheit in Sachen Kinderarmut besonders hoch. In Städten wie Bremerhaven und Gelsenkirchen oder auch in Berlin lebt mehr als jedes dritte Kind in Armut", so Annette Stein. Kinder in Armut können sich selbst nicht aus ihrer Lebenssituation befreien. Deshalb fordert die Bertelsmann-Stiftung: "Die Politik muss neu gedacht werden, die staatliche Grundsicherung für Kinder muss sich an deren tatsächlichen Bedarfen orientieren. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, sie haben eigene Bedarfe und wenn wir alle Kinder unabhängig von ihrer Familienform gut aufwachsen lassen wollen, muss sich staatliche Grundsicherung daran orientieren", so Annette Stein.