Bertelsmann-Studie

In Großstädten leben am häufigsten Menschen in Armut

2. April 2019 - 12:05 Uhr

Großstädte sind besonders betroffen

Besonders in deutschen Großstädten sind viele Menschen von Armut betroffen, wie eine aktuelle Bertelsmann-Studie ergab. Viele Befragte sehen das als großes oder sogar sehr großes Problem an. Zu Großstädten zählt die Studie Städte mit über 100.000 Einwohnern. Warum Großstädte besonders betroffen sind, erklärt Dr. Kirsten Witte von der Bertelsmann Stiftung im Video oben.

Armutsquote im Vergleich

Armut in Deutschland: Bertelsmann-Stiftung veröffentlicht Studie
Bertelsmann-Studie zur Armut in Deutschland
© Bertelsmann

Gemessen wurde das unter anderem an den Sozialleistungsempfängern in der Bevölkerung 2016, bei denen der deutschlandweite Anteil bei rund 10% lag und der Anteil in Großstädten bei 14%. Außerdem wurde untersucht wie sich die Armutsquote der einzelnen Kommunen in den letzten zehn Jahren entwickelt hat. Dabei wurden regionale Unterschiede festgestellt. 

Großstädte im Westen ärmer als im Osten

Besonders im Ruhrgebiet stieg die Armut im Zehn-Jahres-Vergleich. Der andauernde Strukturwandel soll der Grund dafür sein, wie die Studie erklärt. Demgegenüber nahm die Armut in den zehn ostdeutschen Großstädten in den letzten zehn Jahren ab. Diese Städte nähern sich immer weiter an das Westniveu an.

Großstädter empfinden Armut als steigend

Etwa die Hälfte der Befragten in Großstädten gibt an, dass sie die Armut als weiter steigend empfinden. Bei der gesamten Bevölkerung sehen das laut Bertelsmann nur gut ein Drittel so. Das Auffällige ist dabei, dass die Armut schlimmer wahrgenommen wird, je größer die Stadt ist.

Zum Gefühl, ob Armut ein Problem darstellt, gibt es auch regionale Unterschiede. In der gesamten Bevölkerung in Deutschland gaben knapp 30 Prozent an, Armut sei ein großes oder sehr großes Problem. Bei den Menschen in der Großstadt denkt das die Hälfte.