Traurige Studie: Viele Familien ärmer als gedacht!

Studie: Viele Familien sind ärmer als gedacht Armutsrisiko viel höher
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Armutsrisiko viel höher
Studie: Viele Familien sind ärmer als gedacht

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Bertelsmann-Studie deckt auf: Armutsrisiko viel höher

Familien, die in Deutschland nur über ein geringes Einkommen verfügen, haben in den vergangen 25 Jahren stärker den Anschluss in der Gesellschaft verloren als bisher gedacht. Das hat jetzt die Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit der Ruhr-Universität Bochum durch eine neue Methodik aufgedeckt. Viele Familien und Alleinerziehende seien demnach "reicher gerechnet" worden, als sie in Wahrheit sind.

Zusätzliche Kosten berücksichtigt

Die Forscher konnten jetzt erstmals ermitteln, welche zusätzlichen Kosten durch Kinder je nach Familientyp und Einkommensniveau entstehen. Das traurige Fazit: Je geringer das Familieneinkommen, desto schwerer wiegt die finanzielle Belastung durch jedes weitere Haushaltsmitglied. Dadurch ergibt sich: das Risiko, in Deutschland arm zu werden, ist deutlich höher als bislang gedacht. Bei Paar-Familien liegt das Armutsrisiko demnach drei Prozent über dem bisherigen Wert, bei Alleinerziehenden sind es sogar 68 statt bisher 46 Prozent.

"Kinder sind Armutsrisiko"

Nicht überraschend, aber nicht weniger bedauerlich: Die Untersuchung zeigt auch, dass von 1992 bis 2015 Paare oder Alleinerziehende mit Kindern finanziell immer schlechter gestellt waren als Paare ohne Kinder. Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung, bedauert: "Mit jedem zusätzlichen Kind wird die finanzielle Lage von Familien schwieriger. Kinder sind leider ein Armutsrisiko in Deutschland." Außerdem sei die Schere zwischen wohlhabenden und armen Familien in diesem Zeitraum weiter auseinander gegangen. Damit bestätigt sich auch der Eindruck des vor kurzem veröffentlichen Berichts zur Kinderarmut in Deutschland.

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Vor allem Alleinerziehende brauchen mehr Unterstützung

Die Studie der Bertelsmann Stiftung unterstreicht ebenfalls: Versuche aus der Politik, zum Beispiel beim Thema Kindergelderhöhung, haben nur wenig gebracht, um die Einkommenssituation zu verbessern. Familien wäre es seit den 90er Jahren nur besser oder gleich ergangen, wenn etwa die Frau ebenfalls erwerbstätig war. Entscheidend sei hierfür der Ausbau der Kindertagesbetreuung. Dräger forderte, künftig die Armutsbekämpfung in den Mittelpunkt der Familienpolitik zu stellen. Vor allem Alleinerziehende bräuchten mehr Unterstützung. Der Staat müsse sich konsequent an den Bedürfnissen der Kinder orientieren.