Gute Schabe, böse Schabe

Bernsteinschabe: Wirbel um Insekt aus Südeuropa

Die Bernsteinschabe fühlt sich in deutschen Gärten besonders wohl.
Die Bernsteinschabe fühlt sich in deutschen Gärten besonders wohl.
© Imago Entertainment, Imago

23. Juli 2021 - 17:20 Uhr

Nicht jede Schabe ist eine Kakerlake

Durch den Klimawandel breiten sich Insekten zunehmend im Norden aus. So ist die Bernsteinschabe in den letzten Jahren immer häufiger in Deutschland zu finden. Kein Grund zur Panik! Im Gegensatz zur ungeliebten Kakerlake hat die Bernsteinschabe einige Vorteile.

Wärme macht die Schaben froh

Kaum lässt man an einem warmen Sommerabend die Tür zum Garten auf, freut es eine Hand von Insekten, die den problemlosen Eintritt ins Haus dankend annehmen. Darunter könnte sich dann auch die so genannte Bernsteinschabe befinden. Gerade bei Temperaturen um die 30 Grad vermehren sich die Insekten noch schneller.

Wirklich bedrohlich sind die kleinen Krabbeltiere aus Südeuropa aber nicht. Oft verwechseln Hauseigentümer die Bernsteinschabe mit der deutschen Schabe, besser bekannt als Kakerlake. Allerdings ist der braun schimmernde Krabbler nicht gefährlich für den Menschen.

Denn anders als sein Pendant ist die Bernsteinschabe kein Krankheitsüberträger. Auch vergeht sie sich nicht an Essensvorräten oder frisst frische Pflanzen ab. Das bestätigt das Magazin "Gartenjournal".

Anders als die Kakerlake ist die Bernsteinschabe für den Menschen völlig ungefährlich.
Anders als die Kakerlake ist die Bernsteinschabe für den Menschen völlig ungefährlich.
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Wie erkennt man eine Bernsteinschabe?

Die Bernsteinschabe verdankt ihren Namen der bernsteinfarbenen Färbung. Sie ist schmal und ca. 1,5 Zentimeter groß. Ihr Halsschild ist einfarbig blass. Die Kakerlake hingegen weist dort zwei dunkle Längststreifen auf. Die zwei größten Unterscheidungsmerkmale sind, dass die Bernsteinschabe das Licht nicht scheut und fliegen kann.

Ein Schädlingsbekämpfer ist – anders als bei der Kakerlake – nicht nötig. Zur Bekämpfung empfiehlt das Gartenjournal Gerüche von Knoblauch, Pfefferminz- und Nelkenöl. Auch wenn das Insekt in Wohnräumen gar nicht überleben kann, weil es dort keine Nahrungsgrundlage findet. Viel wohler fühlt sich die Bernsteinschabe im Garten. Dort ist sie auch durchaus hilfreich: zum Beispiel bei der Bildung von Humus. (jho)