Duell zwischen Joe Biden und Bernie Sanders

"Super Tuesday" in den USA: Wer wird Herausforderer von US-Präsident Trump?

04. März 2020 - 10:24 Uhr

Super Tuesday: Biden mit überraschender Aufholjagd

Der US-Demokrat Joe Biden, Ex-Vizepräsident von Barack Obama, kann sich wieder große Hoffnung machen, im Herbst gegen US-Präsident Trump anzutreten. Biden holte bei den Vorwahlen für den Präsidentschaftskandidaten der Demokraten am sogenannten "Super Tuesday" überraschend viele Siege und damit Delegiertenstimmen. Er liegt jetzt wieder auf Augenhöhe mit seinem parteiinternen Konkurrenten Bernie Sanders.

Wie unser USA-Korrespondent Peter Kleim den "Super Tuesday" einschätzt, sehen Sie im Video.

Democratic presidential candidate Sen. Bernie Sanders addresses the crowd during his Super Tuesday rally at the Champlain Valley Expo in Essex Junction, Vermont on Tuesday, March 3, 2020. Bernie Sanders won his home state of Vermont with former Vice
Bernie Sanders will für die Demokraten gegen US-Präsident Donald Trump antreten.
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Bernie Sanders holt wichtigen Bundesstaat Kalifornien

Nach Prognosen von TV-Sendern gewann der moderate Joe Biden in 8 von 14 Bundesstaaten, in denen gewählt wurde. Bei der wichtigsten Vorwahl in Kalifornien liegt aber offenbar sein Konkurrent, der linke Senator Bernie Sanders, vorne. In Kalifornien werden allein 414 Delegiertenstimmen vergeben - von insgesamt 1344, die bei den Vorwahlen am "Super Tuesday" zu holen sind.

Für die Nominierung als Präsidentschaftskandidat beim Parteitag der Demokraten in Milwaukee (Wisconsin) braucht ein Bewerber eine Mehrheit von 1991 regulären Delegiertenstimmen - mehr als Drittel davon waren bei den Vorwahlen am Dienstag zu holen.

In der Vergangenheit ist immer der Sieger des "Super Tuesday" zum Kandidaten gekürt worden.

A supporters holds up a "HOPE" poster of former President Barack Obama as Democratic U.S. presidential candidate and former Vice President Joe Biden greets members of the crowd after speaking at his Super Tuesday night rally in Los Angeles, Californi
Joe Biden setzt auf den Obama-Faktor und gewinnt im Süden der USA.
© REUTERS, MIKE BLAKE, HB

Joe Biden setzt auf den "Obama-Faktor"

Biden kann auf starken Rückhalt bei schwarzen Wählern bauen und konnte am Dienstag teils spektakuläre Erfolge in mehreren südlichen Bundesstaaten einfahren. Nach ersten Prognosen hat er zum Beispiel im wichtigen Texas gewonnen. Und in Alabama lag er Teilergebnissen zufolge bei mehr als 63 Prozent der Stimmen, Sanders kam dort auf gut 16 Prozent. In Virginia lag Biden demnach fast 30 Punkte vor Sanders.

Vor dem "Super Tuesday" hatte Sanders bei den Demokraten nach vier Vorwahlen in Führung gelegen. Auch in nationalen Umfragen steht er weiter an der Spitze.

Biden zeigte sich am Dienstagabend vor Anhängern siegessicher. "Erst vor wenigen Tagen haben die Presse und die Experten diesen Wahlkampf für tot erklärt", sagte er in Los Angeles. "Wir sind sehr lebendig!" Biden fügte hinzu: "Wir sind besser als dieser Präsident. Also steht wieder auf und holt Euch das Land zurück."

Auch Sanders zeigte sich zuversichtlich, das Rennen um die Nominierung der Demokraten gewinnen zu können. "Heute Abend sage ich euch mit absoluter Zuversicht, dass wir die demokratische Nominierung gewinnen werden und wir den gefährlichsten Präsidenten in der Geschichte dieses Landes schlagen werden", sagte Sanders in Vermont.

Kathy Clark wears merchandise supporting U.S. President Donald Trump outside the convention center where Democratic U.S. presidential candidate Michael Bloomberg is holding his Super Tuesday night rally, in West Palm Beach, Florida, U.S., March 3, 20
Donald Trump hat keinen Gegenkandidaten für die Präsidentschaftswahlen im November.
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Entscheidung im Juni

Bei den Republikanern verlaufen die Vorwahlen dagegen unspektakulär: Präsident Trump hat innerhalb seiner Partei keine ernstzunehmende Konkurrenz. Die Republikaner haben daher in mehreren Bundesstaaten ihre Vorwahlen abgesagt. Am Dienstag hielten sie aber auch in fast allen "Super Tuesday"-Staaten Vorwahlen ab. Trump erklärte sich zunächst in so gut wie allen Bundesstaaten zum Sieger.

Die Vorwahlen ziehen sich insgesamt noch bis Juni hin, bevor die Nominierungsparteitage der Parteien anstehen. Die Republikaner werden im August formell Trump zu ihrem Präsidentschaftskandidaten küren. Die Präsidentschaftswahl selbst ist dann im November.