Ex-Formel-1-Boss

Ecclestone irritiert mit Aussagen: "Schwarze in vielen Fällen rassistischer als Weiße"

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26. Juni 2020 - 21:32 Uhr

Bernie Ecclestone hinterlässt Fragezeichen

Ex-Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat CNN ein Interview gegeben, in dem er mit einigen Aussagen irritiert. Unter anderem sagte der 89-Jährige: "In vielen Situationen sind Schwarze rassistischer als Weiße." Auf die Nachfrage, wie er darauf komme und ob er konkrete Fälle nennen könne, gab er keine klare Antwort. Er habe das eben so wahrgenommen. Im gleichen Atemzug lobte er den Anti-Rassismus-Einsatz von Lewis Hamilton.

Ecclestone, der im hohen Alter wieder Vater wird, honorierte das Engagement von Weltmeister Hamilton, der eine Initiative für mehr Vielfalt in der Formel 1 gegründet hat, mit diesen Worten: "Er ist ein sehr, sehr, sehr talentierter Fahrer, und es scheint, dass er auch Talent dafür hat, für Dinge einzustehen." Sogar "wunderbar" nannte er die Hamilton-Initiative. Dass sie aber wirklich helfe, glaube er nicht. "Ich glaube nicht, dass es irgendwas Gutes oder Schlechtes bewirken wird."

Bemühungen im Kampf gegen Rassismus sehe er in der Königsklasse ansonsten kaum. "Niemand hat sich vorher darum gekümmert. Sie sind zu beschäftigt damit, Rennen zu gewinnen oder Sponsoren zu finden oder so." Die Formel 1 sehe er aber nicht als rassistisch an. Dass Statuen im Zuge der "Black Lives Matter"-Demonstrationen demontiert wurden, bezeichnete er als "völlig dumm".

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Formel 1 geht auf Distanz

Die Formel 1 distanzierte sich umgehend von Ecclestone und seinen Aussagen. "In einer Zeit, in der Einigkeit nötig ist, um Rassismus und Ungerechtigkeit zu bekämpfen, widersprechen wir entschieden den Aussagen von Bernie Ecclestone, die keinen Platz in der Formel 1 oder der Gesellschaft haben", heißt es in einem Statement. Ecclestone habe keine Rolle in der Formel 1 gespielt, "seit er sie im Jahr 2017 verlassen hat".

rtl.de/sid