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Berlusconi sorgt erneut für Eklat: "Für die Deutschen haben die Konzentrationslager nie existiert“

Berlusconi sorgt erneut für Eklat: "Für die Deutschen haben die Konzentrationslager nie existiert“

"Gefährdung des Zusammenhaltes der Demokraten“

Silvio Berlusconi kann es einfach nicht lassen: So erhitzt er mit einer Aussage erneut nicht nur die deutschen Gemüter. Diesmal provoziert der ehemalige Regierungschef Italiens damit, dass die Deutschen die Existenz der nationalsozialistischen Konzentrationslager nie anerkannt hätten. Dadurch bezeichnet er die Deutschen als Holocaust-Leugner.

"Für Deutsche haben KZs nie existiert“
Silvio Berlusconi sorgt erneut für Furore
Stefano Colarieti / Splash News

Dabei ist es nicht das erste Mal, dass Berlusconi sich zur deutschen NS-Vergangenheit äußert. Bereits 2003 bezeichnete er den EU-Spitzenkandidaten der Sozialdemokraten, Martin Schulz, als ideale Besetzung für die Rolle eines KZ-Aufsehers.

Auf einer Veranstaltung seiner konservativen Partei FI (Forza Italia) in Mailand am Samstag, ging er dann erneut darauf ein. So habe er im Jahr 2003 für Schulz unfreiwillig Werbung gemacht. "Ich wollte ihn nicht beleidigen, aber, um Gottes Willen, für die Deutschen haben die Konzentrationslager nie existiert", zitierte die Nachrichtenagentur Ansa den erneuten Ausfall Berlusconis. "Die Katyn-Lager, ja doch, die deutschen nicht", fügte der rechtskräftig verurteilte Steuerbetrüger demnach hinzu.

Die SPD fordert die Europäische Volkspartei EVP auf, die Äußerungen Berlusconis Aussagen zurückzuweisen: "Die EVP muss dieser untragbaren Entgleisung gegenüber allen deutschen Bürgerinnen und Bürgern mit aller Entschiedenheit begegnen. Wer solche Äußerungen in der eigenen Parteienfamilie schweigend mitträgt, gefährdet den Zusammenhalt der Demokraten“, macht der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner klar.

Indes kritisierte der Vorsitzende der Partei der Europäischen Sozialisten (SPE), Sergei Stanischew, Berlusconis Äußerungen scharf. Er nannte sie eine "Beleidigung des gesamten deutschen Volks".

Berlusconi, dessen Partei FI einen Monat vor der Europawahl laut Umfragen in einer tiefen Krise steckt, warnte die Italiener davor, ihre Stimme linken Parteien zu geben. Er selbst war im August vergangenen Jahres wegen Steuerbetrugs zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Er wurde mit einem Verbot öffentlicher Ämter für zwei Jahre belegt und darf daher nicht für seine Mitte-Rechts-Partei FI für die Europawahl antreten. Dennoch sieht er sich als deren Leitfigur im Wahlkampf.