Berliner U-Bahn-Schubser nicht schuldfähig: Dauerhaft in Psychiatrie eingewiesen

Das Gericht hat den Angeklagten als schuldunfähig eingestuft.
Das Gericht hat den Angeklagten als schuldunfähig eingestuft.
© dpa, Jörg Carstensen, car fpt

18. Oktober 2016 - 19:33 Uhr

Er war wegen Schizophrenie in Behandlung

Hamin E., der Amanda K. im Januar 2016 von hinten angegriffen und vor eine einfahrende Berliner U-Bahn gestoßen hat, wird lebenslang in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

Das Gericht begründet die Entscheidung damit, dass er zur Tatzeit nicht schuldfähig gewesen sei. Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung waren schon zuvor in ihren Plädoyers von diesem Urteil ausgegangen. In der Verhandlung gestand der Beschuldigte die Tat und sagte, er habe sich verfolgt gefühlt. Auf Grund seiner psychischen Krankheit hatte er sich sogar selbst zur Behandlung in eine Klinik begeben. Wegen "fehlender akuter Eigen- und Fremdgefährdung" wurde er allerdings wieder entlassen. Das war einen Tag vor Amandas tragischem Tod.

Die junge Frau war an der U-Bahn-Haltestelle 'Ernst-Reuter-Platz' in Berlin-Charlottenburg ums Leben gekommen als sie von der einfahrenden U-Bahn überrollt wurde. Der Täter wurde schnell gefasst, weil Zeugen an der Unglücksstelle schnell reagierten und ihn festhalten konnten, bis die Polizei eintraf.

Der Vorfall hatte große Bestürzung ausgelöst. Die Bevölkerung nahm Anteil am Tod der Abiturientin und legte Blumen und Briefe an der Unglücksstelle nieder.